Der ehemalige Alpine-Pilot Jack Doohan hat schockierende Details über seine Zeit in der Königsklasse des Motorsports enthüllt. In der kommenden achten Staffel der Netflix-Dokumentation „Drive to Survive“ berichtet der 23-jährige Australier von massiven Morddrohungen vor dem Grand Prix in Miami, die sogar personellen Polizeischutz für ihn und sein Umfeld erforderlich machten.

E-Mails mit Gewaltandrohungen: Doohan schildert Albtraum

Was eigentlich der Traum eines jeden Rennfahrers sein sollte, entwickelte sich für Doohan laut eigener Aussage zu einer psychischen Belastungsprobe. Der junge Australier gab an, im Vorfeld des Rennwochenendes in Florida sechs oder sieben E-Mails mit drastischem Inhalt erhalten zu haben. Der Inhalt der Nachrichten war verstörend konkret.

„Mir wurde mitgeteilt, dass mir alle Gliedmaßen abgetrennt würden, wenn ich in Miami noch im Auto säße“, zitiert Doohan in der Serie aus den Drohungen. Diese extreme Feindseligkeit traf den Rennfahrer schwer, der zu diesem Zeitpunkt versuchte, sich sportlich bei Alpine zu etablieren.

Bewaffnete Eskorte für Alpine-Pilot in Miami

Der französische Rennstall reagierte umgehend auf die Sicherheitslage. Ein Sprecher von Alpine bestätigte gegenüber „The Athletic“, dass man über die Situation informiert war und entsprechende Maßnahmen mit der Formel 1 sowie den lokalen Behörden koordiniert hatte. Die Sicherheit der Fahrer habe stets „höchste Priorität“.

Für Doohan bedeutete dies einen Alltag im Ausnahmezustand. „Am Mittwoch war ich mit meiner verdammten Freundin und meinem Trainer dort, und ich hatte drei bewaffnete Männer um mich herum“, schildert der Sohn der Motorrad-Legende Mick Doohan die angespannte Atmosphäre. Er habe schließlich eine Polizeieskorte anfordern müssen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Verlust des Cockpits an Franco Colapinto

Das Wochenende in Miami markierte für Doohan nicht nur aufgrund der Bedrohungslage einen Tiefpunkt, sondern auch das Ende seiner Zeit als Stammpilot bei den Franzosen. Im Anschluss an das Event verlor er sein Cockpit an den bisherigen Reservefahrer Franco Colapinto.

Rückblickend zieht Doohan ein bitteres Fazit über diese Phase seiner Karriere: „Ich konnte es nicht genießen, Formel-1-Fahrer zu sein, etwas, von dem ich so lange geträumt hatte.“ Inzwischen hat sich der 23-Jährige neu orientiert und wurde Anfang Februar vom US-Team Haas als neuer Reservefahrer vorgestellt.

Formel 1 verurteilt Hass im Netz

Die Formel 1 reagierte mit einer klaren Stellungnahme auf die Vorfälle. Die Rennserie betonte, dass sie eine Gemeinschaft sei, die auf Respekt basiere. „Es gibt keinen Platz für beleidigendes Verhalten, weder online noch persönlich“, hieß es seitens der Verantwortlichen. Man werde jeden, der die Werte des Sports untergrabe, konsequent den Behörden melden.

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