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Alexander Zverev hat kurz nach seinem Triumph bei den French Open in Paris ein Interview mit der renommierten Sporttageszeitung L'Equipe abrupt beendet. Der deutsche Tennisprofi reagierte damit auf eine kritische Frage zu den inzwischen juristisch beigelegten Vorwürfen der häuslichen Gewalt gegen ihn.

Von der harmonischen Autofahrt zum plötzlichen Abbruch

Eigentlich schien die Atmosphäre bestens. Wie das französische Blatt berichtet, fand das Gespräch mit dem frischgebackenen Grand-Slam-Sieger während einer gemeinsamen Autofahrt in unbeschwerter und herzlicher Stimmung statt. Der 27-jährige Hamburger sprach offen über den steinigen Weg zu seinem lang ersehnten Major-Titel, die Bedeutung seines privaten Umfelds und seinen Umgang mit der Diabetes-Erkrankung. Doch die Stimmung kippte schlagartig, als der Journalist den Fokus auf ein abseits des Platzes liegendes Thema lenkte.

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Die L'Equipe konfrontierte Zverev mit der Frage, wie er nach seinem sportlichen Höhepunkt mit Kritikern umgehe, die aufgrund der einstigen Vorwürfe der häuslichen Gewalt durch Ex-Partnerinnen weiterhin Bedenken äußern. Der Weltranglistenspieler reagierte daraufhin empört. „Sie wissen doch, dass sich die Anschuldigungen als falsch herausgestellt haben?“, entgegnete er der Zeitung zufolge. Unmittelbar danach zog er die Reißleine: „Ich denke, wir sollten aufhören, so ist es besser.“

Der Hintergrund: Gerichtsprozess und offene Fragen

Um die Tragweite der Situation zu verstehen, lohnt ein Blick in die jüngere Vergangenheit. Im Juni 2024, kurz vor Zverevs damaliger Finalniederlage bei den French Open gegen den Spanier Carlos Alcaraz, wurde ein Prozess vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten beendet. Es ging um den Vorwurf der angeblichen Körperverletzung. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 200.000 Euro ohne Urteil eingestellt. Eine Verurteilung fand somit nicht statt, die Zahlung galt ausdrücklich nicht als Schuldeingeständnis, und für den deutschen Top-Spieler gilt weiterhin uneingeschränkt die Unschuldsvermutung.

L'Equipe zieht nach Eklat Konsequenzen auf der Titelseite

Für die französische Redaktion war der Vorfall im Auto jedoch nicht mit dem Abbruch erledigt. In ihrer Berichterstattung rechtfertigte die Sportzeitung ihre journalistische Herangehensweise. Man habe sich bewusst dagegen entschieden, die Schatten der Vergangenheit auszublenden und den deutschen Champion wie jeden anderen Turniersieger unkritisch zu feiern.

Diese Haltung spiegelte sich auch unübersehbar auf dem Cover der gedruckten Montagsausgabe wider. Während der strahlende Sieger von Roland Garros dort in den vergangenen Jahrzehnten traditionell in überwältigender Größe das Titelbild dominiert, musste sich Zverev diesmal mit einer Miniaturansicht oben links begnügen. Den begehrten Platz im Zentrum der Titelseite erhielten stattdessen die Handballerinnen aus Metz, die ihren Sieg in der Königsklasse feierten.

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