Die tschechische Tennisspielerin Karolina Muchova hat völlig überraschend das Finale des Sandplatzturniers in Stuttgart erreicht. In einem packenden Halbfinale besiegte die Nummer zwölf der Welt die Ukrainerin Jelina Switolina nach drei Sätzen mit 6:4, 2:6 und 6:4.

Nervenstärke und Stoppbälle bringen die Entscheidung

Vor 4.400 Zuschauern in der restlos ausverkauften Porsche Arena lieferten sich die beiden Top-Spielerinnen einen intensiven Schlagabtausch. Muchova, die frühere French-Open-Finalistin, überzeugte von Beginn an mit einem äußerst variablen Spielplan. Obwohl die Tschechin einen Tag nach ihrem kräftezehrenden Dreisatz-Erfolg gegen den US-Star Coco Gauff phasenweise nicht mehr ganz so frisch wirkte wie ihre Gegnerin, bewies sie in den entscheidenden Momenten enorme mentale Stärke.

Im dritten Durchgang sicherte sie sich das umjubelte Break zur 5:4-Führung. Dabei entnervte sie die Weltranglisten-Siebte Switolina immer wieder mit präzise gesetzten Stoppbällen. Nach exakt 2:14 Stunden Spielzeit beendete die pfeilschnelle Athletin das Match standesgemäß mit einem krachenden Ass und machte ihren ersten Finaleinzug in der schwäbischen Metropole perfekt.

Warten auf das Weltklasse-Endspiel am Sonntag

Im Kampf um den prestigeträchtigen Titel trifft Muchova am Sonntag (13:00 Uhr, live bei Eurosport und Sky) auf absolute Weltklasse. Ihre Gegnerin wird im zweiten Halbfinale zwischen der kasachischen Weltranglisten-Zweiten Jelena Rybakina und der russischen Top-10-Spielerin Mirra Andrejewa ermittelt. Für die Turniersiegerin geht es nicht nur um ein sattes Preisgeld von 161.310 Euro, sondern traditionell auch um einen exklusiven Sportwagen des Titelsponsors.

Deutsches Debakel beim Heimturnier

Während die internationalen Stars das Publikum in Stuttgart begeistern, endete das mit gut einer Million Euro dotierte Hallenturnier für die Lokalmatadorinnen mit einer herben Enttäuschung. Von ursprünglich fünf gestarteten deutschen Tennisspielerinnen im Hauptfeld schaffte es keine einzige bis ins Viertelfinale. Besonders bitter verlief das Turnier für die Hamburgerin Eva Lys, die bereits im Achtelfinale von der späteren Halbfinalistin Switolina gnadenlos mit 6:1 und 6:0 abgefertigt wurde.

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