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Titelverteidigerin Iga Swiatek steht in Wimbledon nach einem echten Kraftakt in der nächsten Runde. Die polnische Tennis-Ausnahmespielerin besiegte die US-Amerikanerin Taylor Townsend am Dienstag auf dem berühmten Centre Court mit 6:1, 2:6 und 6:3. Nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase zeigte sich die sechsmalige Grand-Slam-Siegerin nach dem Match überaus emotional.

Emotionale Achterbahnfahrt auf dem Rasen

Was als vermeintlicher Pflichtsieg begann, entwickelte sich im Turnierverlauf zu einer echten Nervenprobe für die Favoritin. Im ersten Durchgang dominierte Swiatek das Geschehen nach Belieben und ließ ihrer Kontrahentin beim 6:1 keine Chance. Doch im zweiten Satz verlor die Titelverteidigerin völlig den Rhythmus. Townsend nutzte die Fehler der Polin konsequent aus, dominierte mit starken Vorhandschlägen und sicherte sich vor den Augen ihrer Freundin Naomi Osaka souverän den Satzausgleich.

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Der Entscheidungssatz gipfelte direkt zu Beginn in einem wahren Tennis-Drama: Swiatek, die im gesamten Match ungewöhnliche neun Doppelfehler servierte, quälte sich durch ein 21 Minuten langes Mammut-Aufschlagspiel. Letztlich biss sich die Polin durch, fing sich rechtzeitig und sicherte das 6:3. Noch auf dem Court ließ sie ihren Emotionen freien Lauf und verdrückte Tränen der Erleichterung. Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Es waren schwierige Wochen für mich zuletzt, gestand eine sichtlich berührte Swiatek im anschließenden Interview.

Der Kopf entscheidet über die Titelverteidigung

Für die Nummer eins der Welt steht bei diesem Turnier viel auf dem Spiel. Das bisherige Grand-Slam-Jahr verlief mit einem Viertelfinal-Aus in Melbourne und dem Scheitern im Achtelfinale von Paris für ihre Verhältnisse eher enttäuschend. Bereits im Vorfeld des prestigeträchtigen Rasenturniers in London hatte sie die mentale Belastung der Titelverteidigung als enorme Herausforderung skizziert.

Wie stark der Kontrast zur Vorsaison ist, zeigt ein Blick auf das vergangene Jahr: Damals fegte sie Townsends Landsfrau Amanda Anisimova in einem völlig einseitigen Finale mit 6:0 und 6:0 vom Platz. Aktuell muss sich die Polin ihre Sicherheit hart erarbeiten. Viele Spielerinnen haben das nötige Spiel, um einen Grand Slam zu gewinnen. Es ist die mentale Seite, die den Unterschied ausmacht, analysierte Swiatek treffend. Nach diesem hart erkämpften Auftaktsieg dürfte ihr Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben zumindest wieder ein Stück gewachsen sein.

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