Lewis Hamilton hat den Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne auf dem vierten Platz beendet. Trotz eines offensichtlichen Strategie-Fehlers der Scuderia Ferrari, der eine mögliche Podiumsplatzierung verhinderte, übte der englische Superstar keine öffentliche Kritik. Vielmehr zeigte sich der 41-Jährige ermutigt von der Grundschnelligkeit seines neuen Dienstwagens in der neuen Ära der Königsklasse.

Verpasste Chance während der Safety-Car-Phase

Der entscheidende Moment ereignete sich in der 13. Runde des Großen Preises von Australien. Während einer Virtual-Safety-Car-Phase reagierte die Konkurrenz von Mercedes blitzschnell und holte ihre Piloten zum Reifenwechsel. Die Strategen am Ferrari-Kommandostand hingegen ließen sowohl den zweitplatzierten Charles Leclerc als auch Lewis Hamilton auf der Strecke – eine Entscheidung, die der Brite zunächst via Funk mit den Worten „Wenigstens einer von uns hätte stoppen sollen“ kommentierte.

Die Konsequenz war spürbar: Die mit frischen Reifen ausgestatteten Silberpfeile schlossen die Lücke zügig. Nach den regulären Stopps übernahmen George Russell und Kimi Antonelli die Führung und fuhren einen ungefährdeten Doppelsieg ein. Hamilton musste sich hinter seinem Teamkollegen Leclerc mit dem vierten Rang begnügen.

SF-26 überzeugt: Hamilton lobt das Paket

Trotz des verpassten Podiums überwog nach dem Rennen die Erleichterung beim siebenmaligen Weltmeister. Anders als in der oft tristen Vorsaison scheint die Scuderia im ersten Jahr der neuen Formel-1-Ära, in der die Motoren zu 50 Prozent elektrisch angetrieben werden, einen Volltreffer gelandet zu haben. Der neue SF-26 funktionierte von Beginn an tadellos. Besonders beim Start glänzten die roten Renner: Leclerc übernahm kurzzeitig die Spitze, und Hamilton kämpfte sich von Startplatz sieben schnell in Schlagdistanz zur Spitze.

Diplomatie statt öffentlicher Schelte

Der Rekordchampion nutzte die neuen technischen Möglichkeiten wie den Overtake-Modus sowie die Auflade-Optionen der Batterie geschickt und hielt das Tempo der Spitze phasenweise mit. Aufgrund dieser positiven fundamentalen Erkenntnisse gab sich Hamilton im Interview bei "Sky" diplomatisch und verzichtete auf eine Abrechnung mit der Strategie-Abteilung.

„Wir müssen das einfach analysieren, ob es vielleicht doch besser gewesen wäre“, erklärte der Routinier sachlich. Selbst Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich überrascht, dass Ferrari den Boxenstopp nicht zumindest mit einem Auto „gecovert“ hatte, räumte aber ein: „Im Nachhinein weiß man es immer besser.“ Für Hamilton zählt vorerst die Gewissheit, endlich wieder ein konkurrenzfähiges Paket zu besitzen.

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