Max Verstappen hat nach seinem vorzeitigen Ausfall beim Großen Preis von China scharfe Kritik an der aktuellen Formel 1 geäußert. Der viermalige Weltmeister beklagte am Rande der Rennstrecke das fehlende Racing-Gefühl und verglich die Königsklasse des Motorsports mit einem Videospiel.

Die Gemütslage bei Max Verstappen ist auf dem absoluten Tiefpunkt. Nach einem Kühlungsproblem an seinem Boliden musste der Niederländer das Rennen in Asien vorzeitig beenden. Doch nicht nur der technische Defekt sorgte für Frust, sondern vor allem das generelle Konzept der Rennserie. In einer deutlichen Ansprache an die versammelten Medienvertreter ließ der Red-Bull-Pilot kein gutes Haar an der sportlichen Entwicklung.

„Wie Mario Kart“: Kritik am Boost-System

Besonders die Art und Weise der Überholmanöver und der Einsatz der elektrischen Energie sind dem Titelverteidiger ein Dorn im Auge. Das ständige Taktieren empfindet er als künstlich. Man booste sich an einem Konkurrenten vorbei, woraufhin die Batterie sofort leer sei. Auf der nächsten Geraden folge dann der einfache Gegenangriff, analysierte Verstappen die aktuelle Dynamik auf der Strecke.

Sein sportliches Urteil fiel dementsprechend vernichtend aus: „Das ist schrecklich. Wer das mag, hat wirklich keine Ahnung, wie Racing ist. Es macht überhaupt keinen Spaß. Es ist wie Mario Kart zu spielen.“

Konkurrenz enteilt: Sorgen um die Spannung

Auch die derzeitige Kräfteverteilung an der Spitze trägt nicht zur Begeisterung von „Super Max“ bei. Er wies kritisch darauf hin, dass Kimi Antonelli und George Russell dem restlichen Feld aktuell meilenweit voraus seien, was einen echten, andauernden Schlagabtausch an der Spitze de facto verhindere. Gleichzeitig sprach er die starken Startphasen von Ferrari an, merkte aber an, dass sich das Feld nach den ersten Kurven ohnehin schnell wieder statisch sortiere. Echte Motorsport-Unterhaltung für die Fans sehe für ihn gänzlich anders aus.

Frust über die eigene Formkrise?

Dass seine harschen Worte lediglich der Enttäuschung über die eigene sportliche Talfahrt geschuldet sind, wies der Ausnahme-Fahrer entschieden zurück. Der 26-Jährige, der nach einem unbefriedigenden sechsten Platz beim Grand Prix von Australien nun in China komplett leer ausging, betonte seine grundsätzliche Einstellung zum Motorsport.

„Das hat nichts mit Racing zu tun. Und ich würde das auch sagen, wenn ich Rennen gewinnen würde“, stellte er unmissverständlich klar. Ihm gehe es einzig und allein um das sportliche Endprodukt auf dem Asphalt, nicht um seine persönliche Platzierung.

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