George Russell hat den Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne gewonnen und Mercedes einen Traumstart in die neue Ära der Königsklasse beschert. Der Brite setzte sich am Sonntag im Albert Park souverän durch und führte die Silberpfeile zu einem Doppelsieg, da sein Teamkollege Kimi Antonelli direkt dahinter auf Platz zwei ins Ziel kam. Während bei Mercedes die Champagnerkorken knallten, übte Max Verstappen trotz einer starken Aufholjagd deutliche Kritik am neuen Reglement.

Mercedes zurück an der Spitze: Russell und Antonelli glänzen

Nach vier schwierigen Jahren scheint Mercedes die historische Regelreform der Formel 1 am besten gemeistert zu haben. George Russell wehrte direkt nach dem Start den Angriff von Ferrari-Pilot Charles Leclerc ab und kontrollierte das Rennen von der Spitze aus. „Ich mag dieses Auto, ich mag diesen Motor“, funkte der 26-Jährige euphorisch an die Box, nachdem er seinen sechsten Grand-Prix-Sieg eingefahren hatte.

Die Freude bei den Stuttgartern war grenzenlos, als auch Youngster Kimi Antonelli die Ziellinie überquerte und den insgesamt 61. Doppelerfolg der Teamgeschichte perfekt machte. Teamchef Toto Wolff zeigte sich erleichtert über die Rückkehr zur alten Stärke: „Wir haben den Kampf um die WM in unseren Händen. Das ist das beherrschende Gefühl.“ Passend dazu streiften sich die Teammitglieder T-Shirts mit der Aufschrift „P1“ über – ein klares Signal an die Konkurrenz.

Strategie-Frust bei Ferrari und Hamilton

Hinter den dominierenden Silberpfeilen sortierte sich das Feld neu. Ferrari konnte das Tempo an der Spitze nicht mitgehen, leistete sich zudem am Kommandostand diskutable Entscheidungen. Charles Leclerc kam mit über 15 Sekunden Rückstand als Dritter ins Ziel, knapp vor seinem neuen Teamkollegen Lewis Hamilton.

Der Rekordweltmeister, der im zweiten Ferrari das Podium nur knapp verpasste, haderte mit der Taktik der Scuderia. „Wir müssen analysieren, ob das doch besser gewesen wäre“, kommentierte Hamilton einen möglicherweise verpassten, vorgezogenen Reifenwechsel. Noch düsterer sah es für den amtierenden Weltmeister Lando Norris aus: Im McLaren fehlten dem Engländer auf Rang fünf fast eine Minute auf die Spitze – trotz Mercedes-Motor im Heck.

Verstappen übt Kritik trotz Aufholjagd

Für Max Verstappen begann die neue Saison mit einer großen Herausforderung. Nach einem verpatzten Qualifying startete der viermalige Champion nur von Platz 20, kämpfte sich im Red Bull aber noch beachtlich auf Rang sechs vor. Zufriedenheit wollte sich beim Niederländer dennoch nicht einstellen. Stattdessen flüchtete er sich in Sarkasmus bezüglich der neuen Fahrzeug-Generation, die mehr Kalkül als pures Racing erfordere.

„Es war super viel Spaß. Es war eigentlich ein Top-Rennen“, sagte Verstappen mit einem ironischen Grinsen. Er machte deutlich, dass er die Identität der neuen Wagen ablehnt und die kompromisslose Vollgasfahrt dem taktischen Verwalten vorziehen würde. Nun gilt es für Red Bull, die Lücke zur Spitze schnellstmöglich zu schließen, um nicht den Anschluss an die wiedererstarkten Silberpfeile zu verlieren.

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