Seahawks setzen sich in Krimi durch
Im Nordwesten der USA sicherten sich die Seattle Seahawks die Krone der NFC mit einem 31:27-Heimsieg gegen die Los Angeles Rams. Das Championship Game blieb über drei Viertel hinweg offen, beide Teams punkteten in jedem Abschnitt bis zur letzten Pause. Erst im vierten Viertel gelang keiner Mannschaft ein weiterer Score, und der zuvor erarbeitete 4-Punkte- Vorsprung reichte Seattle zum Einzug in den Super Bowl.
Prägend für den Erfolg war Quarterback Sam Darnold, der die Seahawks-Offense konstant im Rhythmus hielt. Der Spielmacher kam auf 346 Yards Raumgewinn durch Pässe und drei Touchdowns und führte Seattle durch einen strukturierten, nahezu fehlerfreien Auftritt. Auch Rams-Quarterback Matthew Stafford hielt dagegen und sammelte ebenfalls über 350 Passing Yards, doch in den entscheidenden Situationen blieb die Seahawks-Defense stabil. Ohne weitere Punkte im Schlussabschnitt brachte das Team aus Washington die knappe Führung über die Zeit
Für Seattle ist es die erste Super-Bowl-Teilnahme seit 2015. Damals unterlagen die Seahawks den Patriots 24:28. Im Jahr davor hatte Seattle 2014 seinen bislang einzigen Titel gewonnen. Nun kommt es zur Neuauflage von vor 11 Jahren.
Patriots kämpfen sich durch den Schnee Denver
Im anderen Conference Championship qualifizierten sich nämlich die New England Patriots als AFC-Sieger mit einem 10:7-Erfolg bei den Denver Broncos für den Super Bowl. Gespielt wurde im Empower Field at Mile High, rund eine Meile (1.609 Meter) über dem Meeresspiegel und damit im höchstgelegenen Stadion der NFL. Die Partie war von widrigen Bedingungen geprägt: starkem Schneefall, Wind und schlechter Sicht.
Die Entscheidung fiel durch ein Field Goal zu Beginn des dritten Viertels, noch vor dem Einsetzen des Schnees. Anschließend bestimmten Defensivaktionen und Offensivfehler das Geschehen.
Quarterback Drake Maye führte die Patriots in seiner zweiten NFL-Saison zurück in den Super Bowl. Mit Pässen kam der 23-Jährige auf 86 Yards Raumgewinn, steuerte aber 65 Yards durch eigene Läufe bei und erzielte den einzigen Touchdown seines Teams. „Wir müssen besser spielen“, zeigte er sich nach Spielende selbstkritisch. „Aber im Moment bin ich einfach stolz auf dieses Team.“
Zwischen Rekordjagd und Kontroversen
Für New England ist es die zwölfte Super-Bowl-Teilnahme und damit ein NFL-Rekord. Zugleich ist es das erste Endspiel seit dem Abschied von Quarterback-Legende Tom Brady und Head Coach Bill Belichick, die gemeinsam sechs Titel gewannen. Mike Vrabel, der aktuelle Head Coach der Patriots greift nun nach einer besonderen Marke: Er holte die Vince Lombardi Trophy dreimal als Spieler mit den Patriots und könnte sie nun erstmals als Trainer mit demselben Klub gewinnen – das gelang bislang noch keinem.
Die Bühne ist bereitet: Seattle jagt den zweiten Titel der Klubgeschichte, New England den siebten – und damit den Status als alleiniger Rekord-Champion der NFL, den sich das Franchise bislang noch mit den Pittsburgh Steelers teilt. Nach den Eindrücken der Championship Games verspricht der Super Bowl LX ein Endspiel auf Augenhöhe, auch wenn sich am Wettmarkt zuletzt ein Favorit herauskristallisiert hat.
Der 10:7-Sieg der Patriots in Denver machte New England zunächst zum aussichtsreichsten Titelkandidaten. Mit dem Erfolg gegen die Rams katapultieren sich jedoch die Seahawks in die Favoritenrolle.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die Halbzeitshow mit dem puerto-ricanischen Superstar Bad Bunny. In Teilen der USA gab es Kritik daran, dass ein nicht englischsprachiger Künstler diese prestigeträchtige Aufgabe übernehmen darf. Den Football-Fans bleiben nun noch knapp zwei Wochen, um ihre Spanischkenntnisse aufzufrischen und die Texte des Latino-Superstars zumindest ansatzweise verstehen zu können.