Dennis Schröder und die Cleveland Cavaliers haben im NBA-Spitzenspiel ein deutliches Zeichen gesetzt. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft führte sein Team trotz personeller Sorgen zu einem 113:109-Erfolg gegen den aktuellen Tabellenführer, die Detroit Pistons. Neben seiner sportlichen Leistung sorgte der Braunschweiger vor allem mit einer verbalen Einlage gegen Detroits Star Cade Cunningham für Aufsehen.

Starke Defensive und wichtige Punkte von der Bank

In einer intensiv geführten Partie untermauerte Schröder einmal mehr seinen Wert als Anführer der zweiten Garde. Als bester Bankspieler der Cavaliers legte der Weltmeister starke Zahlen auf: 15 Punkte, fünf Rebounds und fünf Assists standen am Ende im Statistikbogen. Doch der eigentliche Schlüssel zum Sieg lag in der Arbeit gegen den Ball.

Der deutsche Spielmacher widmete sich in der Defensive vornehmlich Cade Cunningham. Der US-Amerikaner, der in der laufenden Saison als heißer Kandidat auf die MVP-Auszeichnung gehandelt wird, fand gegen die aggressive Verteidigung des Ex-Braunschweigers kaum Mittel. Schröder hielt den Pistons-Star bei mageren zehn Punkten. Cunningham traf lediglich vier seiner 16 Wurfversuche aus dem Feld – eine Quote, die maßgeblich zum Erfolg Clevelands beitrug.

"Gehst nicht ans Telefon": Schröder stichelt gegen Cunningham

Die Intensität des Duells entlud sich während einer Spielpause auch verbal. Schröder nutzte die Gelegenheit für eine direkte Ansage an seinen ehemaligen Mitspieler. "Versuch nicht, auf einmal wieder mit mir zu sprechen", rief er Cunningham zu. Der Hintergrund der Stichelei war offenbar Cunninghams verändertes Verhalten seit seinem Aufstieg zum Superstar: "Ich habe versucht dich anzurufen. Aber kaum hast du MVP-Sprechchöre gehört, gehst du nicht mehr ans Telefon."

Trotz der markigen Worte gab der 31-Jährige nach der Schlusssirene Entwarnung und ordnete die Szene mit einem Augenzwinkern ein. "Keine Sorge, ich bin nicht nachtragend", stellte Schröder klar. Sportlich hat der Sieg für Cleveland großes Gewicht: Die "Cavs" festigten den vierten Tabellenplatz in der Eastern Conference, der in der ersten Playoff-Runde den wichtigen Heimvorteil garantieren würde.

Orlando Magic siegen ohne Franz Wagner – OKC wieder Spitze

Auch aus Sicht der weiteren deutschen NBA-Profis gab es Grund zum Jubeln, wenngleich Verletzungssorgen das Bild trüben. Die Orlando Magic erledigten ihre Pflichtaufgabe gegen die Washington Wizards souverän mit 126:109. Dabei musste das Team aus Florida weiterhin auf Franz Wagner verzichten. In die Bresche sprang Paolo Banchero, der als Topscorer mit 37 Punkten dominierte.

Die deutsche Fraktion bei den Magic lieferte dennoch ab: Tristan da Silva führte das Team mit neun Rebounds an und steuerte acht Zähler bei. Moritz Wagner zeigte sich von der Bank gewohnt energisch und verbuchte zehn Punkte sowie drei Rebounds. Orlando bleibt damit als Siebter im Osten in Schlagdistanz zu den direkten Playoff-Plätzen.

Der amtierende Titelverteidiger Oklahoma City Thunder nutzte den Ausrutscher der Pistons indes sofort aus. Auch ohne den deutschen Center Isaiah Hartenstein gewannen die Thunder mit 116:108 bei den Chicago Bulls. Dank der Niederlage Detroits gegen Schröders Cavaliers schob sich der dezimierte Champion, bei dem Winter-Neuzugang Jared McCain 20 Punkte erzielte, wieder an die Spitze der Liga.

Einen Kurzeinsatz verzeichnete zudem Ariel Hukporti. Der Center der New York Knicks stand beim 111:95-Sieg gegen die Toronto Raptors für 60 Sekunden auf dem Parkett und sicherte sich zwei Rebounds.

Verwandte Beiträge