NBA-Expansion rückt näher: Liga macht Weg für Seattle und Las Vegas frei
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Die nordamerikanische Profiliga NBA treibt ihre ambitionierten Expansionspläne auf dem europäischen Markt mit Nachdruck voran. NBA-Commissioner Adam Silver hat sich am Mittwoch auf einer Sitzung des Führungsgremiums erstmals für einen direkten Zusammenschluss mit der EuroLeague ausgesprochen, um den Basketball in Europa nachhaltig zu stärken und eine neue transatlantische Spitzenliga zu etablieren.
Bislang verliefen die strategischen Planspiele der US-Liga vornehmlich in enger Zusammenarbeit mit dem Weltverband FIBA. Ein möglicher Startschuss für einen neuen europäischen Klubwettbewerb wurde dabei oft auf das Jahr 2027 datiert. Doch der mächtigste Mann der NBA sorgt nun für eine spürbare strategische Wende. Ein Bündnis mit der privatwirtschaftlich organisierten europäischen Königsklasse wäre das beste Resultat zum Wohle des europäischen Basketballs, erklärte Silver. Diese Annäherung birgt enorme sportpolitische Sprengkraft, da die EuroLeague und der Europa-Verband der FIBA seit Jahren in einem erbitterten Machtkampf stecken.
Für die etablierten europäischen Wettbewerbe stellen die amerikanischen Expansionsgelüste eine handfeste Bedrohung dar. Die Investoren aus Übersee werfen ein Auge auf lukrative Großstädte wie Berlin, Paris, London und Rom. Traditionsvereine aus kleineren Märkten wie Litauen oder Serbien spielen in diesen wirtschaftlichen Überlegungen eine untergeordnete Rolle. Dass die Pläne bereits konkrete Auswirkungen haben, zeigt das Beispiel Alba Berlin: Der Hauptstadtklub kehrte der EuroLeague im vergangenen Sommer demonstrativ den Rücken, wechselte in die FIBA Champions League und brachte sich so als potenzieller Standort für eine künftige europäische NBA-Filiale in Stellung. Zudem verdichten sich Gerüchte, dass finanzstarke Investoren wie Qatar Sports Investments ein Gebot für eine Pariser Basketball-Franchise vorbereiten.
Um die Wogen zu glätten und eine gemeinsame Zukunft auszuloten, setzt der Commissioner auf persönliche Netzwerke. Er richtete seine Worte gezielt an Chus Bueno, den neuen Geschäftsführer der EuroLeague-Dachorganisation. Der Spanier ist für Silver kein Unbekannter, sondern ein langjähriger Kollege, der einst über ein Jahrzehnt das internationale Geschäft im NBA-Management verantwortete. Diese personelle Verbindung könnte der entscheidende Schlüssel sein, um die zersplitterte europäische Basketball-Landschaft unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen.
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