Johannes Thiemann avancierte in den EM-Qualifikationsspielen gegen Kroatien zum entscheidenden Matchwinner für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft. Der Weltmeister erzielte im Rückspiel in Bonn einen persönlichen Bestwert von 24 Punkten und führte das DBB-Team nach seinem Comeback als unumstrittener Anführer zum wichtigen Sieg.

Starkes Comeback nach schwieriger Zeit in Japan

Die aktuelle Saison verläuft für den 30-Jährigen auf Vereinsebene bisher alles andere als reibungslos. In der japanischen B.League, wo Thiemann seit dieser Spielzeit aktiv ist, verpasste er verletzungsbedingt mehr als die Hälfte der Partien. Gehirnerschütterungen und Rückenprobleme zwangen den Big Man in die Zuschauerrolle. "Es ist immer kacke, wenn man nicht spielen und nur zuschauen kann", kommentierte der ehemalige Alba-Kapitän die frustrierende Phase. Umso erleichterter zeigte er sich über seine Rückkehr auf das Parkett: "Jetzt geht's mir wieder gut und ich bin glücklich, dass ich wieder auf dem Feld bin."

Das Länderspielfenster nutzte der 2,06-Meter-Mann nicht nur für ein sportliches Ausrufezeichen, sondern wurde auch für sein inzwischen absolviertes 100. Länderspiel geehrt. Erstmals seit der Europameisterschaft präsentierte er sich wieder den heimischen Fans in Deutschland.

Lob von Schröder und da Silva: Der neue Go-to-Guy

Sportlich lieferte Thiemann Argumente am Fließband. Bereits im Hinspiel in Zagreb stellte er mit 17 Zählern seinen bisherigen Rekord im Nationaltrikot ein. Im Rückspiel in Bonn legte er noch eine Schippe drauf: 24 Punkte standen am Ende für den Routinier zu Buche. Dabei agierte er als offensive Allzweckwaffe, die Lösungen fand, wenn der Angriff stockte, und defensiv den kroatischen Ex-NBA-Profi Dario Saric kontrollierte.

Die Anerkennung der Teamkollegen ließ nicht lange auf sich warten. Oscar da Silva bezeichnete den Forward treffend als "Go-to-Guy" der Mannschaft. "Wir haben am Ende sehr gute Lösungen gegen die Switches gefunden, indem wir ihm den Ball im Mismatch gegeben haben", analysierte da Silva die Taktik. Thiemann habe die richtigen Entscheidungen getroffen, Fouls gezogen und offene Würfe kreiert.

Sogar aus den USA meldete sich Dennis Schröder zu Wort. Der DBB-Kapitän, der zeitnah selbst in der NBA gefordert war, verfolgte das Spiel und postete anerkennend auf Instagram: "JT is a bad man". Ein Ritterschlag in der Basketball-Sprache, der die Dominanz seines Nationalmannschaftskollegen unterstreicht.

Japan-Reise und Führungsrolle als Selbstverständlichkeit

Trotz seines persönlichen Rekordes blieb Thiemann gewohnt bescheiden. "Das Wichtigste ist wirklich, dass wir einen Sieg geholt haben", betonte der Matchwinner nach der Partie. Seine Bedeutung für den deutschen Basketball wurde in diesem Fenster besonders deutlich. Während andere Akteure absagten, nahm Thiemann die beschwerliche Anreise aus Japan auf sich.

Für den Weltmeister war dies "selbstverständlich" – eine Einstellung, die in Kombination mit seiner Leistung seine Rolle als Führungsspieler im Team von Bundestrainer Alex Mumbru eindrucksvoll festigt.

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