Die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA steht vor einer historischen Erweiterung. Die Verantwortlichen beraten aktuell über eine Aufstockung von 30 auf 32 Teams zur Saison 2028/29. Als aussichtsreichste Kandidaten für die neuen Franchises gelten die US-Metropolen Las Vegas und Seattle. Eine erste Abstimmung der Teameigner findet in diesen Tagen statt, ein finaler Beschluss könnte laut amerikanischen Medienberichten bereits im Juli auf den Weg gebracht werden.

Rückkehr nach Seattle und Premiere für Las Vegas

In den USA gilt es als offenes Geheimnis, welche beiden Städte den Zuschlag erhalten sollen. Die Entertainment-Hochburg Las Vegas hat sich in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich als Heimat für diverse große Sport-Franchises etabliert und drängt nun aufs Basketball-Parkett. Noch emotionaler wäre die sportliche Rückkehr nach Seattle: Von 1967 bis 2008 spielten dort die legendären Seattle Supersonics. Deutsche Basketballfans verbinden die Organisation untrennbar mit Detlef Schrempf, der das Team 1996 in die prestigeträchtigen NBA Finals gegen die von Michael Jordan angeführten Chicago Bulls brachte.

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Lukrative Eintrittsgebühren überzeugen die Eigner

Lange Zeit wehrten sich die bestehenden 30 Franchises gegen eine Erweiterung des geschlossenen Ligasystems ohne Auf- und Abstieg. Jeder zusätzliche Teilnehmer bedeutet ein kleineres Stück vom Kuchen bei der Verteilung der gigantischen TV- und Streaming-Einnahmen, die sich auf knapp sieben Milliarden US-Dollar pro Jahr belaufen. Schließlich haben in der Profiliga nicht Verbände, sondern die Teambesitzer das alleinige Sagen.

Die sogenannten Expansion Fees sorgen nun jedoch für ein Umdenken bei den Besitzern. Diese massiven Eintrittsgebühren für neue Organisationen fließen direkt auf die Konten der aktuellen Eigentümer und müssen nicht wie andere Einnahmen anteilig an die Spieler ausgeschüttet werden. Wie lukrativ das Geschäft mit den Klubs geworden ist, zeigt die jüngste Wertentwicklung: Anteile der Los Angeles Lakers wechselten im vergangenen Jahr auf Basis einer Gesamtbewertung von rund zehn Milliarden US-Dollar den Besitzer. Angesichts dieser Summen dürfte die Mehrheit der Eigner einer Expansion zustimmen. Für einen formellen Beschluss benötigen die Verantwortlichen die Stimmen von 23 der 30 Organisationen.

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