Schröder mit unauffälligem Abend im Big Apple
Auch das jüngste Gastspiel bei den New York Knicks brachte keine Wende. Drei Viertel lang hielten die Kings im Madison Square Garden mit, ehe New York im Schlussabschnitt defensiv zulegte und Sacramento nahezu komplett abmeldete. Angeführt von Jalen Brunson (28 Punkte) zogen die Knicks davon.
Die Kings fanden offensiv kaum Lösungen, trafen lediglich fünf von 30 Dreiern und waren stark von DeMar DeRozan abhängig, der 34 Punkte erzielte. Schröder blieb in 23 Minuten bei enttäuschenden vier Punkten (1/8 aus dem Feld) und vier Assists unauffällig.
Ordentliche Auftritte ohne Wirkung nach Zwangspause
Dabei hatte Schröder nach seiner drei Spiele umfassenden Suspendierung zuletzt durchaus Akzente gesetzt. In den Partien gegen Toronto, Cleveland und Detroit zeigte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ordentliche Leistungen und übernahm phasenweise Verantwortung im Spielaufbau. An den Ergebnissen änderte das jedoch wenig, auch diese Spiele gingen verloren.
Die Zwangspause war die Folge eines heftigen Zwischenfalls mit dem slowenischen Superstar Luka Dončić nach dem Spiel gegen die Lakers in Los Angeles. Bereits während der Partie lieferten sich beide einen intensiven verbalen Schlagabtausch. Rund 40 Minuten nach der Schlusssirene eskalierte die Situation erneut in den Katakomben der Arena: Schröder stellte Dončić zur Rede und soll laut Ligaangaben versucht haben, ihn zu schlagen. Mehrere Spieler sowie Security griffen ein und hielten den Deutschen zurück. Die NBA wertete den Vorfall als unsportliches Verhalten abseits des Spielfelds und sperrte Schröder. Der Eklat sorgte ligaweit für Aufmerksamkeit und trug nicht zur Verbesserung von Schröders Außenwirkung bei.
Erneut Teil der Gerüchteküche
Dass sich Sacramento mit der aktuellen Situation nicht abfinden kann, machte zuletzt auch DeRozan deutlich. Nach der deutlichen Niederlage gegen Ost-Primus Detroit sprach der Kings-Forward offen über die Konsequenzen der sportlichen Talfahrt. „Wenn die Dinge nicht in die richtige Richtung laufen, dann ist das, was passiert“, sagte DeRozan mit Blick auf mögliche Trades.
Vor diesem Hintergrund mehren sich die Spekulationen um Dennis Schröder’s Zukunft – trotz eines erst im Sommer unterschriebenen Dreijahresvertrags über 45 Millionen Dollar. Liga-Insider brachten den erfahrenen Point Guard zuletzt unter anderem mit den Cleveland Cavaliers und den Minnesota Timberwolves in Verbindung. Beide Teams könnten mit Blick auf die Playoffs zusätzliche Erfahrung und Tiefe auf der Guard-Position gebrauchen.
Orlando als Option: Zuwachs für „Team Germany“?
Darüber hinaus werden auch die Orlando Magic als mögliche nächste Station gehandelt. Dort könnte Dennis Schröder von der Deutschland-Connection profitieren: Mit Franz Wagner, Moritz Wagner und Tristan da Silva stehen gleich drei deutsche Nationalspieler im Kader. Die Chemie aus der Nationalmannschaft, die zweifelsohne vorhanden ist, könnte die Integration erleichtern, auch wenn Orlando sportlich nicht zwingend Bedarf auf der Point-Guard-Position hat.
Schröder selbst gibt sich nüchtern. „Ich weiß ja, wie das Business in der NBA läuft. Ich versuche, jeden Tag zu genießen, den ich hier sein kann“, sagte er zuletzt. Die Situation könne er ohnehin nicht beeinflussen: „Wenn etwas geändert wird, dann ist das so.“
Fest steht: Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Dennis Schröder in Sacramento Teil eines Neuaufbaus bleibt oder ob für ihn erneut ein Umzug ansteht. Für den Guard wäre es bereits das elfte Team seiner 13-jährigen NBA-Karriere.