Svetislav Pesic beendet nach der laufenden Spielzeit endgültig seine beeindruckende Laufbahn als Cheftrainer. Der 76-jährige Übungsleiter des FC Bayern München gab bekannt, sich im Sommer aus dem aktiven Profigeschäft zurückzuziehen. Zum Abschied peilt die serbische Trainer-Legende noch einmal die deutsche Meisterschaft mit den Münchnern an.

Entschluss im Hotelbett: Bayern-Coach zieht den Schlussstrich

Eigentlich hatte der Ex-Nationaltrainer nach seiner erfolgreichen Zeit beim serbischen Verband ein Sabbatjahr geplant. Doch nach der Trennung der Bayern von Gordon Herbert kehrte Pesic auf ausdrückliche Bitte von Vereinspräsident Herbert Hainer auf die Münchner Trainerbank zurück. Dass dies definitiv seine letzte Station sein wird, verriet der Altmeister nun in einem Interview mit der Zeit. Die endgültige Erkenntnis kam ihm dabei vor einem Spiel in der Euroleague Anfang Januar. Allein im Hotelbett liegend habe er realisiert, dass er mit bald 77 Jahren an die Zukunft denken müsse und es an der Zeit sei, mit dem Basketball aufzuhören.

Herzensverein FC Bayern München

Dass er überhaupt noch einmal das Kommando übernahm, lag rein an der engen Verbundenheit zu seinem aktuellen Arbeitgeber. Für keinen anderen Klub hätte er noch einmal zugesagt, betonte der erfahrene Stratege. Mit dem Verein identifiziere er sich zu 100 Prozent. Zudem lenkte sein Sohn Marko Pesic bis vor wenigen Monaten als Geschäftsführer die Geschicke der Münchner. Nachdem das Team in der Königsklasse die Playoffs verpasst hat, liegt der volle Fokus nun auf dem nationalen Titel. Bereits 2014 hatte der Erfolgscoach die Meisterschale an die Isar geholt.

Eine unvergleichliche Laufbahn geht zu Ende

Wenn der Ruhestand im Sommer beginnt, verlässt einer der profiliertesten Köpfe der Basketball-Historie die große Bühne. Seine Erfolgsliste ist beispiellos: 1993 führte er die deutsche Nationalmannschaft sensationell zum EM-Titel. Mit Jugoslawien dominierte er Anfang der 2000er Jahre und holte Gold bei der Europa- und Weltmeisterschaft. Auf Vereinsebene triumphierte der Taktikfuchs unter anderem 1995 mit Alba Berlin im Korac-Cup und sicherte sich 2003 mit dem FC Barcelona die Krone in der Euroleague. Erst im vergangenen Sommer gewann er mit dem serbischen Team Olympia-Bronze gegen Deutschland.

Ganz verschwinden wird der Routinier aus der Basketballwelt jedoch nicht. Er kündigte an, dem Sport durch Kurse weiter verbunden zu bleiben. Passend zu seinem bevorstehenden Abschied erscheint an diesem Mittwoch seine Autobiografie mit dem treffenden Titel Immer weiter.

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