Powerplay macht den Unterschied

Der alleinige Rekord wandert in die Domstadt. Nachdem die Kölner Haie mit dem Sieg bei den Schwenninger Wild Wings am Freitag die bisherige Bestmarke der Adler Mannheim eingestellt hatten, stehen sie nun allein an der Spitze der DEL-Geschichte. Gegen die Nürnberg Ice Tigers war es allerdings erneut ein hartes Stück Arbeit. In einem Spiel auf Augenhöhe gaben Kleinigkeiten den Ausschlag. Den ersten Wirkungstreffer setzten die Haie im Powerplay, als Dominik Bokk die erste Überzahlsituation zur Führung nutzte (11.) und damit bereits das 42. Powerplay-Tor der Saison erzielte.

Nürnberg antwortete durch Cody Haiskanen (15.), doch Köln blieb geduldig. Nach dem Seitenwechsel brachte Frederik Storm die Gastgeber erneut in Führung, ehe die Ice Tigers nach einem Scheibenverlust der Haie ausglichen. Noch vor der zweiten Pause stellte Valtteri Kemiläinen mit einem Distanzschuss in Überzahl auf 3:2 (40.).

Juvonen glänzt mit Paraden

Im Schlussdrittel gerieten die Haie zunächst unter Druck. Torhüter Janne Juvonen konnte sein Team mit mehreren starken Paraden die Führung retten. Erst in den Schlussminuten fiel die Entscheidung. Als Nürnberg alles auf eine Karte setzte, trafen Nate Schnarr (58.) und Gregor MacLeod (60.) ins leere Tor zum Endstand.

Trainer Kari Jalonen ordnete den Erfolg trotz der historischen Dimension nüchtern ein. „Es war über alle drei Drittel ein sehr, sehr enges Spiel. Wir haben kein überragendes Eishockey gespielt, aber das, was es braucht, um erfolgreich zu sein“, sagte der Finne und verwies auf das Überzahlspiel: „Unser Powerplay hat zwei wichtige Tore geschossen.“

Von Euphorie will der Coach dennoch nichts wissen. Er habe seine Mannschaft auf den Rekord angesprochen, berichtete Jalonen: „Auf die Frage, wie es jetzt weitergehen soll, kam die Antwort: Arbeit.“

Müller: „Kurz genießen, dann weitermachen“

Auch Kapitän Moritz Müller schlug nach dem Rekordsieg leise Töne an. Er mahnte, sich nicht von der Serie blenden zu lassen. Jeder Gegner werfe aktuell „alles rein“, sagte Müller, und Köln gewinne auch Spiele, „in denen wir nicht unbedingt besser sind“. Den Rekord gelte es einzuordnen. „Wir dürfen ihn kurz genießen, haben aber noch etwas vor“, betonte der Kapitän.

Mit dem 16. Sieg in Serie stehen die Haie nun allein an der Spitze der DEL-Rekordlisten. Die Playoffs sind längst gesichert, die Hauptrunden-Meisterschaft greifbar nah. Zeit zum Innehalten bleibt dennoch kaum: Bereits morgen geht es für den KEC mit dem Heimspiel gegen die Löwen Frankfurt weiter.

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