Die Hoffnungen waren groß, die Ernüchterung ist riesig: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand überraschend gegen Lettland verloren. Trotz eines starken Beginns unterlag die Mannschaft um Superstar Leon Draisaitl dem Außenseiter am Samstag mit 3:4 (2:1, 0:1, 1:2) und muss nun ernsthaft um den direkten Einzug ins Viertelfinale zittern. Statt vorzeitiger Planungssicherheit droht nun ein Endspiel gegen einen der Top-Favoriten.

Traumstart reicht Draisaitl und Co. nicht

Dabei sah zunächst alles nach einem Pflichtsieg für die Truppe von Bundestrainer Harold Kreis aus. Ähnlich wie beim Auftakterfolg gegen Dänemark erwischte die DEB-Auswahl einen Start nach Maß. Zwar traf Leon Draisaitl diesmal nicht nach wenigen Sekunden, doch Lukas Reichel sorgte kurz darauf für die frühe Führung. Selbst der zwischenzeitliche Ausgleich brachte das deutsche Team nicht aus dem Konzept: Lukas Kälble von den Adler Mannheim antwortete prompt und brachte seine Farben wieder mit 2:1 in Front.

Strafzeiten brechen dem deutschen Team das Genick

Doch im zweiten Drittel verlor die Mannschaft zunehmend ihre Disziplin und lud den Gegner förmlich zum Toreschießen ein. Unnötige Strafzeiten, unter anderem von Jonas Müller und Tobias Rieder, dezimierten die deutsche Formation auf dem Eis zeitweise so stark, dass sich drei DEB-Profis fünf Letten gegenüber sahen. Diese Einladung nahm Dans Locmelis dankend an und bestrafte die Undiszipliniertheiten eiskalt mit Treffern im Powerplay. Die lettische Effizienz wurde zum Albtraum für Goalie Philipp Grubauer.

Chancenwucher und Zitterpartie gegen die USA

Während die Balten ihre Möglichkeiten eiskalt nutzten, verzweifelte die Offensive der Deutschen an den eigenen Nerven. NHL-Star Tim Stützle scheiterte am Lattenkreuz, und auch der sonst so treffsichere Kölner Leon Draisaitl ließ ungewöhnlich viele Großchancen liegen. Im Schlussdrittel machten Eduards Tralmaks und Renars Krastenbergs dann den Deckel drauf, ehe Lukas Reichel mit seinem zweiten Treffer nur noch Ergebniskosmetik betreiben konnte.

Die Konsequenz aus diesem Drama ist bitter: Um den Umweg über die Qualifikationsrunde zu vermeiden, muss im letzten Gruppenspiel gegen das Starensemble der USA wohl zwingend ein Sieg her. Eine Herkulesaufgabe für das deutsche Eishockey-Team, das sich das Leben selbst schwer gemacht hat.

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