Der 1. FC Köln hat im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga ein starkes Lebenszeichen gesendet. Unter Interimstrainer René Wagner erkämpften sich die Rheinländer bei Eintracht Frankfurt nach einem späten 0:2-Rückstand noch ein immens wichtiges 2:2-Unentschieden.

Turbulente Schlussphase: Kölner Comeback-Qualitäten

Lange Zeit sah es so aus, als ob die Domstädter auch im achten Pflichtspiel in Folge sieglos bleiben und den Platz als Verlierer verlassen müssten. Nach Treffern von Jonathan Burkardt (66. Minute) und Arnaud Kalimuendo (69.) schien die Eintracht auf die Siegerstraße abzubiegen. Doch die Geißböcke bewiesen eine beeindruckende Moral: Nur eine Minute nach dem zweiten Gegentor brachte Jakub Kaminski (70.) die Gäste wieder heran, bevor Alessio Castro-Montes in der 83. Minute den umjubelten 2:2-Ausgleich besorgte.

Interimscoach René Wagner, der den entlassenen Lukas Kwasniok an der Seitenlinie vertritt, zeigte sich nach dem Schlusspfiff hochzufrieden mit der Einstellung seiner Spieler. Im Interview lobte er den Charakter der Truppe: „Man sieht, dass diese Mannschaft Rückschläge auch mal verkraften kann, sie hat den absoluten Willen, in so schweren Momenten immer wieder füreinander da zu sein.“ Durch den Punktgewinn verhindern die Kölner, dass der Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 auf nur einen mageren Zähler schmilzt.

Taktische Kniffe und frühe Großchancen

Beinahe hätte Wagner ein absolutes Traum-Debüt als Cheftrainer gefeiert. Bereits nach 35 Sekunden ließ Frankfurts Keeper Michael Zetterer einen Schuss von Kaminski prallen. Ragnar Ache staubte ab, doch Zetterer rettete in höchster Not. Im Anschluss übernahmen die Hessen zunehmend die Kontrolle, bissen sich jedoch an Kölns Schlussmann Marvin Schwäbe die Zähne aus. Dieser parierte glänzend gegen Ansgar Knauff (24.) und entschärfte auch einen vielversprechenden Versuch von Kalimuendo (34.).

Taktisch überraschte Wagner mit einer Umstellung: Senkrechtstarter Said El Mala agierte nicht wie gewohnt auf der linken Außenbahn, sondern im Zentrum. Nach anfänglichen Findungsschwierigkeiten blitzte seine Klasse in der 26. Minute bei einem starken Dribbling auf, als er den Ball nur knapp am Winkel vorbeizirkelte. Kurz vor der Pause glänzte er zudem als Vorbereiter für Kaminski, der jedoch an Zetterer scheiterte.

Erster Heim-Rückschlag für Eintracht-Coach Riera

Für Frankfurts spanischen Trainer Albert Riera bedeutet das Unentschieden den ersten Punktverlust im heimischen Stadion. Zuvor hatten die Adlerträger unter seiner Regie eine makellose Heimbilanz hingelegt und gegen Borussia Mönchengladbach (3:0), den SC Freiburg (2:0) und den 1. FC Heidenheim (1:0) souverän gewonnen. Der 1. FC Köln hingegen nimmt eine gehörige Portion Selbstvertrauen mit in die kommenden Wochen des Abstiegskampfs. Wagners Prognose fällt entsprechend kämpferisch aus: „Über dem Strich zu stehen, ist immer gut, und dabei wird es auch bis zum Ende der Saison bleiben.“

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