Am 29. Spieltag der Bundesliga empfängt der 1. FC Köln den SV Werder Bremen zu einem richtungsweisenden Duell im Abstiegskampf. Beide Traditionsvereine schweben akut über der Gefahrenzone und benötigen dringend Punkte, um den Klassenerhalt zu sichern. Da die Kölner in der Tabelle aktuell einen Zähler hinter den Norddeutschen liegen, lastet der Druck an diesem Wochenende besonders auf den Gastgebern.

Defensivsorgen treffen auf neue Stabilität

Die Formkurven beider Teams zeigen in unterschiedliche Richtungen. Unter Trainer Daniel Thioune haben sich die Bremer zuletzt merklich stabilisiert und reisen mit gewachsenem Selbstvertrauen ins Rheinland. Ganz anders stellt sich die Situation bei den Hausherren dar: Die Abwehr erweist sich in dieser Spielzeit als Kölner Achillesferse. Die Mannschaft von Interimstrainer René Wagner konnte erst dreimal hinten die Null halten. Ein kleiner Lichtblick für den Übungsleiter ist jedoch, dass sich das prall gefüllte Verletztenlager allmählich lichtet.

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Trotz der anfälligen Defensive beweist der Gastgeber regelmäßig eine intakte Moral. Bereits neunmal konnte das Team nach einem Rückstand noch zurückschlagen und punkten. Genau hier liegt jedoch das grundlegende Problem: Die Rheinländer gehen schlichtweg zu selten selbst in Führung. In den vergangenen acht Partien rannte der Effzeh stets einem Rückstand hinterher, wobei die Hälfte dieser Spiele komplett verloren ging. Der letzte Dreier datiert von Ende Januar beim knappen 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg.

Für das anstehende Heimspiel fordert die Tabellensituation zwingend einen Sieg, doch das favorisierte Umschaltspiel könnte gegen kompakt stehende Bremer an seine Grenzen stoßen. Die Gäste von der Weser dürften hingegen bereits mit einem Unentschieden gut leben können und hoffen zudem auf die rechtzeitige Rückkehr ihres torgefährlichsten Akteurs Jens Stage.

Die Konkurrenz im Tabellenkeller lauert

Der Blick auf die restlichen Begegnungen verschafft den beiden Klubs nur bedingt Ruhe. Zwar hat der FC St. Pauli auf dem Relegationsplatz mit dem FC Bayern München eine denkbar schwere Aufgabe vor der Brust, doch von oben droht neue Gefahr. Sowohl der Hamburger SV als auch Borussia Mönchengladbach könnten bei eigenen Misserfolgen tiefer in den Abstiegssog geraten. Die Hanseaten reisen zum VfB Stuttgart, während die Fohlenelf bei RB Leipzig antritt. Ein Sieg im direkten Aufeinandertreffen zwischen Köln und Bremen ist daher doppelt wichtig, um sich rechtzeitig vor dem Saisonendspurt ein entscheidendes Polster zu erarbeiten.

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