Beim 1. FC Köln brennt kurz vor dem prestigeträchtigen Rheinderby der Baum. Nach einer monatelangen Talfahrt wackelt der Stuhl von Cheftrainer Lukas Kwasniok gewaltig. Ausgerechnet Friedhelm Funkel, der selbst oft als Kölner Retter in der Not agierte, springt dem 44-Jährigen nun vor dem brisanten Duell gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15:30 Uhr) demonstrativ zur Seite.

Rheinderby gegen Gladbach: Schicksalsspiel für den Aufstiegstrainer?

Die sportliche Realität in der Domstadt ist alarmierend. Der Vorsprung des Aufsteigers auf den ungeliebten Relegationsplatz ist auf einen einzigen Zähler geschmolzen. Eine magere Ausbeute von nur zwei Siegen aus den vergangenen 17 Partien lässt die Alarmglocken am Geißbockheim schrillen. Für viele Beobachter gleicht das anstehende Heimspiel gegen den großen Rivalen vom Niederrhein einem klassischen Trainer-Endspiel für Kwasniok.

Funkel fordert Rückendeckung: Leistung besser als die Punkteausbeute

Doch anstatt die Gerüchteküche weiter anzuheizen, fordert ein echtes Bundesliga-Urgestein Kontinuität auf der Trainerbank. Friedhelm Funkel, der die Geißböcke in der Vergangenheit bereits dreimal betreute, positionierte sich im Talkformat Sky90 unmissverständlich. Er bescheinigte dem aktuellen Team eine intakte Moral: Die Mannschaft habe von der Leistung her den ein oder anderen Punkt mehr verdient gehabt.

Für den 72-jährigen Trainer-Routinier steht außer Frage, dass ein Wechsel an der Seitenlinie der falsche Impuls wäre. Selbst bei einer Derbyniederlage müsse der Klub an Kwasniok festhalten. Funkel untermauerte seine These mit dem Blick auf die Statistiken: Die Kölner haben in der laufenden Spielzeit noch keine echte Klatsche kassiert und weisen im Vergleich zur direkten Konkurrenz im Tabellenkeller das mit Abstand beste Torverhältnis auf. Ein Trumpf, der am Ende der Saison den Ausschlag geben könnte. Zudem lobte Funkel die sportliche Führungsperspektive, da Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler felsenfest hinter seinem Coach stehe.

Düstere Abstiegs-Prognose für den VfL Wolfsburg

Während Funkel fest davon überzeugt ist, dass Köln unter Kwasniok das rettende Ufer erreicht, sieht er für andere Bundesligisten schwarz. Neben dem abgeschlagenen Tabellenschlusslicht 1. FC Heidenheim zählt für den erfahrenen Fußballlehrer vor allem der VfL Wolfsburg zu den primären Abstiegskandidaten. Ihm fehle schlichtweg die Fantasie zu glauben, dass die Niedersachsen die Klasse halten können, lautete das harte Urteil des Experten.

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