Borussia Dortmund hat sich in einem zähen Bundesliga-Topspiel beim VfB Stuttgart einen späten 2:0-Auswärtssieg gesichert. Nach einer über weite Strecken defensiv geprägten Partie sorgten Karim Adeyemi und Julian Brandt tief in der Nachspielzeit für das viel umjubelte Happy End der Schwarz-Gelben.

Stuttgarter Dominanz beißt auf Dortmunder Granit

Die Rollenverteilung war von der ersten Minute an klar definiert. Die Mannschaft von VfB-Coach Sebastian Hoeneß nahm das Zepter in die Hand und dominierte das Geschehen mit enorm viel Ballbesitz. Bereits zur Pause verzeichneten die Schwaben rund 70 Prozent Spielanteile und ein Schussverhältnis von 8:2. Das Problem der Gastgeber: Der BVB präsentierte sich an diesem Tag als echtes Defensivbollwerk. Vor allem Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton, der an alter Wirkungsstätte agierte, räumten nahezu alle Hereingaben und Angriffsversuche durch die Mitte kompromisslos ab. BVB-Schlussmann Gregor Kobel musste im ersten Durchgang lediglich bei einem feinen Schlenzer von Angelo Stiller (19.) seine Klasse aufblitzen lassen.

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Defensivschlacht mit minimalen Torchancen

Wer nach dem Seitenwechsel auf ein offensives Spektakel gehofft hatte, wurde enttäuscht. Das Spiel entwickelte sich zu einer absoluten Geduldsprobe. Die Expected-Goals-Werte dümpelten lange Zeit im Minimalbereich und unterstrichen die Harmlosigkeit beider Offensivreihen. Lorenz Assignon prüfte Kobel in der 55. Minute zwar noch einmal ernsthaft, doch insgesamt fehlte es dem VfB an Tiefe und Tempo im letzten Drittel, um das massive Dortmunder Abwehrbollwerk zu knacken. Die Gäste wiederum konzentrierten sich primär auf Fehlervermeidung und traten offensiv kaum in Erscheinung – bis Schiedsrichter Robert Schröder überraschend fünf Minuten Nachspielzeit anzeigte.

Später Doppelschlag entscheidet die Partie

Als sich die Zuschauer bereits mit einer torlosen Punkteteilung abgefunden hatten, wachten die Westfalen plötzlich auf. Ein perfekt vorgetragener Konter brachte Karim Adeyemi im Strafraum der Stuttgarter in Position. Der pfeilschnelle Angreifer nutzte die erste echte Dortmunder Großchance eiskalt zur späten 1:0-Führung (90.+3). Der Schock beim VfB saß spürbar tief, und der Champions-League-Finalist der Vorsaison legte umgehend nach. Nur zwei Zeigerumdrehungen später tauchte Julian Brandt vor dem gegnerischen Gehäuse auf und veredelte die konsequente Defensivarbeit seines Teams mit dem Treffer zum 2:0-Endstand. Ein Auswärtssieg der maximalen Effizienz.

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