Julian Nagelsmann lässt die zukünftige Rolle von Antonio Rüdiger in der deutschen Nationalmannschaft offen. Während der Bundestrainer nach der Verletzungshistorie des Innenverteidigers Leistungsnachweise fordert, bleibt der 32-Jährige bei Real Madrid unter Trainer Alvaro Arbeloa die unangefochtene Führungsfigur in der Defensive.

Nagelsmann fordert Leistung nach Verletzungsserie

Im aktuellen Interview mit dem kicker äußerte sich Bundestrainer Julian Nagelsmann zurückhaltend zur Rückkehr von Antonio Rüdiger als unumstrittener Abwehrchef des DFB-Teams. Auf die Frage, ob der Routinier seinen alten Status wiedererlangen könne, betonte Nagelsmann, dies sei „nicht in Stein gemeißelt“.

Der Hintergrund sind die schweren Oberschenkel- und Knieverletzungen, die den gebürtigen Berliner in den Jahren 2025 und 2026 immer wieder zurückwarfen. Zwar lobte der Nationaltrainer Rüdigers „große Fähigkeit“ in Eins-gegen-eins-Situationen und bezeichnete ihn als „außergewöhnlich gut“ im engen Raum, doch für eine Garantie im DFB-Trikot müsse die Leistung konstant stimmen. Für Nagelsmann ist die Rolle des Abwehrchefs ohnehin eher ein „Gefüge-Thema“ als eine feste Position.

„El Loco“ als unersetzlicher Anführer bei den Königlichen

Ganz anders stellt sich die Situation in der spanischen Hauptstadt dar. Bei Real Madrid gibt es keine Debatte um die Hierarchie: Rüdiger ist der Chef. Seit seiner Rückkehr im Januar hat der Ex-Stuttgarter unter dem neuen Trainer Alvaro Arbeloa sofort wieder Verantwortung übernommen. Arbeloa, der das Amt Mitte Januar antrat, mahnte zwar zur Vorsicht („Wir gehen Schritt für Schritt“), baut aber voll auf die Qualitäten des Deutschen.

Wie wichtig Rüdiger für die Statik des Spiels ist, zeigte sich in der Champions League gegen Benfica Lissabon. Dort stabilisierte er die Madrilenen phasenweise und führte junge Talente wie Raul Asensio, Alvaro Carreras und Dean Huijsen. In der Kabine wird „El Loco“, wie er von den Fans liebevoll genannt wird, als unverzichtbare Führungsfigur geschätzt. Anders als sein Teamkollege David Alaba gilt Rüdiger in fittem Zustand als absolut gesetzt.

Licht und Schatten beim Comeback in La Liga

Dass die Königlichen ohne ihren Abwehrboss verwundbar sind, zeigte die jüngste 1:2-Niederlage bei Osasuna, bei der Rüdiger geschont wurde – Real verlor prompt die Tabellenführung. Doch auch mit dem 32-Jährigen läuft noch nicht alles rund. Am Montag stand er bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Getafe wieder auf dem Platz, trug jedoch eine Teilschuld am Gegentor.

Eine unglückliche Kopfballabwehr vor dem Treffer von Satriano und Vorwürfe eines Gegenspielers nach dem Abpfiff trübten das Bild. Dennoch bleibt Rüdigers Einstellung in Madrid legendär. Sein Satz aus der Ära unter Carlo Ancelotti hallt bis heute nach: „Wenn es sein muss, spiele ich auch mit einem Bein für Real Madrid.“ Genau diese Mentalität ist es, die ihn in Spanien unantastbar macht – und die er nun auch wieder im DFB-Team unter Beweis stellen muss.

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