Die sportliche Krise der Tottenham Hotspur setzt sich auch auf europäischer Bühne schonungslos fort. Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League unterlagen die Londoner bei Atletico Madrid deutlich mit 2:5. Im Mittelpunkt des Debakels stand der junge Torhüter Antonin Kinsky, der bei seinem Königsklassen-Debüt nach zwei kapitalen Patzern bereits in der 17. Minute ausgewechselt wurde.

Katastrophen-Start für den tschechischen Schlussmann

Der neue Spurs-Trainer Igor Tudor, der bereits seine ersten drei Auftritte in der Premier League verloren hatte, sorgte vor dem Anpfiff für eine Überraschung. Er beförderte Stammkeeper Guglielmo Vicario auf die Bank und schenkte stattdessen Antonin Kinsky das Vertrauen. Der 22-Jährige, der erst Anfang 2025 für knapp 16 Millionen Euro von Slavia Prag in die englische Hauptstadt gewechselt war, erlebte jedoch einen Abend zum Vergessen.

Das Unheil in der spanischen Metropole nahm bereits in der sechsten Minute seinen Lauf. Kinsky rutschte bei einem Passversuch unglücklich weg und legte Julian Alvarez den Ball direkt vor die Füße. Der argentinische Weltmeister bediente Marcos Llorente, der zur frühen Führung für die Hausherren einschob. Auch beim zweiten Gegentreffer durch Antoine Griezmann (14. Minute) sah die Londoner Defensive nach Ballverlusten von Pape Matar Sarr und Micky van de Ven völlig unsortiert aus. Nur eine Minute später unterlief Kinsky der nächste fatale Fehler: Ein völlig verunglückter Querpass im eigenen Strafraum landete erneut bei Alvarez, der mühelos zum 3:0 vollstreckte.

Tudor reagiert sofort nach extremen Patzern

Nach diesem doppelten Aussetzer war das Spiel für den tragischen Helden des Abends beendet. Igor Tudor handelte kompromisslos und wechselte Kinsky nach 17 Minuten aus, um Vicario auf das Feld zu schicken. Der sichtlich geknickte Tscheche verschwand umgehend in den Katakomben und musste von Betreuern getröstet werden. Tudor begründete diesen im Profifußball seltenen Schritt im Anschluss pragmatisch und betonte, er habe den Spieler sowie die gesamte Mannschaft in dieser extremen Drucksituation schützen müssen.

Kurzes Aufbäumen reicht den Engländern nicht

Trotz des Torwartwechsels kassierten die Gäste zunächst den vierten Gegentreffer. Robin Le Normand staubte nach einer starken Parade von Vicario souverän zum 4:0 ab (22.). Erst danach zeigte die Tudor-Elf eine spürbare Reaktion und kam durch einen präzisen Flachschuss von Pedro Porro zum Anschlusstreffer. Cristian Romero verpasste kurz darauf mit einem Kopfball an den Pfosten sogar das zweite Tor für die kriselnden Engländer.

Im zweiten Durchgang bemühten sich die Spurs um weitere Schadensbegrenzung. Als Richarlison eine absolute Großchance zum 2:4 liegen ließ, schlug die Mannschaft von Diego Simeone im direkten Gegenzug eiskalt zu. Ein blitzschneller Konter über Griezmann landete erneut bei Alvarez, der nach einem langen Sprint den 5:2-Endstand besiegelte und Tottenhams Talfahrt schonungslos fortsetzte.

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