Der FC Bayern München hat beim deutlichen 5:0-Auswärtssieg gegen den FC St. Pauli eindrucksvoll Bundesliga-Geschichte geschrieben. Mit einer dominanten Vorstellung durchbrachen die Münchner den historischen Allzeit-Torrekord aus der Saison 1971/72 und bauten gleichzeitig ihre Tabellenführung entscheidend aus.

Musiala leitet historische Bestmarke ein

Jamal Musiala eröffnete den Torreigen in der neunten Minute per Kopf nach einer präzisen Maßflanke von Konrad Laimer am zweiten Pfosten. Dieser Treffer markierte das 101. Saisontor des Tabellenführers und stellte damit den fast 54 Jahre alten Rekord ein, an dem einst Franz Beckenbauer in der Spielzeit 1971/72 maßgeblich beteiligt war. Der deutsche Nationalspieler, der nach seiner Verletzungspause in der Hinrunde wieder vor Spielfreude sprühte, sandte mit seiner starken Leistung ein klares Signal in Richtung Bundestrainer. Wenig später verpasste der Offensivakteur seinen zweiten Treffer nur um Zentimeter, als er den Ball an den rechten Innenpfosten setzte.

Rotation und Rekordtreffer im zweiten Durchgang

Cheftrainer Vincent Kompany hatte seine Startelf nach dem jüngsten 2:1-Erfolg in der Champions League gegen Real Madrid auf gleich sieben Positionen verändert. Die frischen Kräfte zahlten das Vertrauen nahtlos zurück und agierten im zweiten Durchgang völlig gnadenlos. Leon Goretzka (53.) schraubte mit einem sehenswerten Volley nach einem verlängerten Eckball das Torkonto auf 102 und machte den Rekordmeister damit zum alleinigen Halter der ewigen Bestmarke.

Anschließend brach die Gegenwehr der Gastgeber, denen der gesperrte Kapitän Jackson Irvine schmerzlich fehlte, komplett ein. Michael Olise (54.), Nicolas Jackson (65.) und Raphael Guerreiro (88.) legten schonungslos nach. In der Schlussphase durfte sich zudem der 18-jährige zentrale Mittelfeldspieler Bara Sapoko Ndiaye über sein Bundesliga-Debüt freuen.

Meisterschaft greifbar nahe – St. Pauli zittert

Während die Münchner mit nun 104 Saisontreffern bei noch fünf verbleibenden Spieltagen eine Klasse für sich sind, rückt auch der Meistertitel in greifbare Nähe. Da Verfolger Borussia Dortmund in Leverkusen verlor, wuchs der Vorsprung an der Tabellenspitze auf komfortable zwölf Zähler an.

Für die Hamburger wird die Luft im Tabellenkeller hingegen immer dünner. Zwar verhinderte Bayern-Verteidiger Min-jae Kim in der ersten Halbzeit mit einer starken Grätsche gegen Mathias Pereira Lage den zwischenzeitlichen Ausgleich, am Ende blieb St. Pauli jedoch im fünften Spiel in Folge sieglos. Das Team verharrt auf dem Relegationsplatz, hält aber weiterhin vier Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg.

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