Joshua Kimmich vom FC Bayern München hat sich nach dem hitzigen Topspiel gegen Bayer Leverkusen differenziert zur Rolle des Video-Assistenten (VAR) geäußert. Während der Nationalspieler die Technik grundsätzlich lobt, sorgt vor allem die Regelauslegung bei einer umstrittenen Gelb-Roten Karte sowie bei einem aberkannten Treffer von Harry Kane für Unverständnis.

Gedankenspiel: Ein 3:2-Sieg für den FC Bayern ohne VAR

Das Aufeinandertreffen zwischen dem deutschen Rekordmeister und der Werkself hatte es in sich – vor allem aus Sicht der Schiedsrichter. Angesprochen auf ein fiktives Ergebnis ohne Video-Beweis, rechnete der Mittelfeldmotor der Münchner vor: „Drei zwei für uns. Zwei Tore hätten wir noch gemacht, Leverkusen eins.“ Zudem verwies der 29-Jährige auf den frühen Platzverweis gegen sein Team, der erst nach Eingreifen des Kölner Kellers ausgesprochen wurde. „Dann hätten wir nicht zu zehnt gespielt und es wäre auf jeden Fall anders ausgegangen“, analysierte Kimmich sachlich.

Trotz der für sein Team unglücklichen Entscheidungen betonte der DFB-Kapitän, generell ein Freund des Video-Assistenten zu sein, da dieser den Fußball grundlegend fairer mache. Die Aberkennung des ersten Münchner Tores wegen eines vorangegangenen Handspiels sowie den zurückgenommenen Abseitstreffer der Leverkusener akzeptierte er als korrekte Entscheidungen.

Regel-Verwirrung beim aberkannten Treffer von Harry Kane

Deutlich mehr Diskussionsbedarf sah Kimmich bei einem annullierten Tor des englischen Star-Stürmers Harry Kane. Hierbei stand ein vermeintliches Handspiel im Vorfeld im Fokus, bei dem der Ball an den Ellenbogen sprang. „Ich kenne die Regel tatsächlich nicht“, gab Kimmich ehrlich zu. Er sei bisher davon ausgegangen, dass ein unabsichtliches Handspiel nur dann strafbar ist, wenn der Ball unmittelbar danach im Netz landet. „Der Arm ist jetzt nicht weit weg vom Körper und es ist keine Absicht. Da kenne ich die Regelauslegung nicht.“

„Keine Schwalbe“ – Kimmich nimmt Gegenspieler in Schutz

Besonders bemerkenswert waren die Aussagen des Bayern-Stars zur viel diskutierten Gelb-Roten Karte für Leverkusen wegen einer vermeintlichen Schwalbe. In einer herausragenden Fair-Play-Geste nahm Kimmich den Gegenspieler in Schutz: „Das ist für mich keine Schwalbe, auch wenn er da früh zu Boden geht. Da ist ein ganz klarer Kontakt zu sehen.“

Der Routinier stellte klar, dass die Situation aus seiner Sicht keinen Elfmeter rechtfertigte, da der gegnerische Angreifer zu leicht gefallen sei. Dennoch kritisierte er die harte Bestrafung durch den Platzverweis. „Trotzdem ist ein Kontakt da. Er fällt hin, steht sofort danach wieder auf, beschwert sich nicht und fordert keinen Elfmeter. Ich glaube nicht, dass wir da von einer Schwalbe sprechen können“, schloss Kimmich seine sportlich faire und bemerkenswert ehrliche Analyse ab.

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