Zehn Spieltage vor dem Saisonende spitzt sich die Lage in der Fußball-Bundesliga dramatisch zu. Fünf Mannschaften kämpfen noch verbissen um drei verbleibende Startplätze für die Champions League. Eine aktuelle Analyse der Ausgangslage, der Belastung und des Restprogramms deutet darauf hin, dass Borussia Dortmund und die TSG Hoffenheim die besten Karten in diesem nervenaufreibenden Fünfkampf besitzen. Während die Konkurrenz straucheln könnte, scheinen die Westfalen und die Kraichgauer für den Endspurt bestens gerüstet.

Hochspannung im Kampf um die Königsklasse

Der Blick auf die Tabelle offenbart, wie eng es im oberen Drittel zugeht. Borussia Dortmund führt das Verfolgerfeld mit komfortablen 52 Punkten an und hat damit die beste Ausgangsposition, um das Ticket für die Königsklasse frühzeitig zu buchen. Dahinter entbrennt jedoch ein heißer Tanz: Die TSG Hoffenheim und der VfB Stuttgart liegen mit jeweils 46 Zählern gleichauf. Doch der Puffer ist gering, denn RB Leipzig (44 Punkte) und Bayer 04 Leverkusen (43 Punkte) lauern in unmittelbarer Schlagdistanz.

Für die beteiligten Klubs geht es dabei nicht nur um sportliches Prestige, sondern auch um massive wirtschaftliche Faktoren. Allein das Startgeld in der Champions League beträgt 18,62 Millionen Euro, hinzu kommen lukrative Prämien und Zuschauer-Einnahmen. Zudem steigen die Marktwerte der Spieler auf der großen europäischen Bühne deutlich schneller als im Liga-Alltag.

Stuttgarts Mammutprogramm als Stolperstein?

Während sich der BVB und Hoffenheim auf die Liga konzentrieren können, droht dem VfB Stuttgart die eigene Erfolgsgeschichte zum Verhängnis zu werden. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß tanzt noch auf drei Hochzeiten und ist der absolute Vielspieler der Liga. Mit bereits 39 Pflichtspielen in den Beinen und einem Halbfinal-Einzug im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg ist die Belastungsgrenze beinahe erreicht.

Besonders brisant wird es, sollten die Schwaben im internationalen Geschäft weiterkommen. Ein mögliches Szenario im April zeigt die extreme Dichte: Zwischen einem Rückspiel in der Europa League (potenziell gegen den FC Porto) und dem Liga-Kracher gegen den FC Bayern München sowie dem Pokal-Halbfinale lägen nur wenige Tage. Im schlimmsten Fall hätten die Cannstatter zwischen dem Abpfiff gegen die Bayern und dem Anpfiff zum Kampf um das Berliner Pokalfinale nur rund 49 Stunden Regenerationszeit.

Die Favoritenrolle im Saisonfinale

Genau hier liegt der Vorteil für die Konkurrenz. Während Stuttgart um jeden freien Tag ringt, können Borussia Dortmund und die TSG Hoffenheim ihre Kräfte gezielter bündeln. Die geringere Frequenz an englischen Wochen könnte im Endspurt das Zünglein an der Waage sein. Hoffenheim hat sich still und heimlich auf Rang drei geschoben und profitiert von einer stabilen Punkteausbeute, während Dortmunds Polster von sechs Punkten auf Platz vier Sicherheit gibt.

Für Bayer Leverkusen und RB Leipzig heißt es nun: dranbleiben und auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Doch solange der VfB unter der Doppel- und Dreifachbelastung ächzt, gelten der BVB und die TSG als die logischen Favoriten auf die Plätze hinter dem Spitzenreiter.

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