Borussia Dortmund kommt nicht zur Ruhe. Nach einer enttäuschenden „Woche der Wahrheit“ ohne Sieg sorgen Berichte über die Kommunikationswege von Trainer Niko Kovac für interne Spannungen. Zu allem Überfluss bestätigte der Verein am Sonntag eine Schock-Diagnose bei Kapitän Emre Can.

Kovac sucht Nähe zu Watzke statt Ricken

Die sportliche Talfahrt der letzten Tage wird von Diskussionen um die Hierarchie bei den Schwarz-Gelben überschattet. Wie die „Bild“ berichtet, umgeht Trainer Niko Kovac offenbar die aktuellen Entscheidungsträger. Der 54-Jährige tausche sich weiterhin bevorzugt mit dem ehemaligen Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke aus, anstatt den direkten Draht zu Sport-Geschäftsführer Lars Ricken oder Sportdirektor Sebastian Kehl zu suchen.

Dieses Verhalten wird im Umfeld des Vereins als „irritierendes Zeichen“ gewertet. Eigentlich hatten Ricken und Kehl das operative Geschäft übernommen, nachdem sich Watzke im November 2025 vollständig auf das Präsidentenamt des e.V. zurückgezogen hatte. Der Bericht legt nahe, dass hinter den Kulissen nun Zweifel an der aktuellen Aufstellung der sportlichen Führungsetage wachsen.

Sieglos-Serie beendet letzte Titelträume

Die Debatte um die Kompetenzen entzündet sich vor dem Hintergrund einer sportlich verpatzten Woche. Die Westfalen verpassten es, in den entscheidenden Duellen Punkte zu sammeln. Nach einem 2:2-Unentschieden gegen RB Leipzig folgte in der Champions League eine herbe 1:4-Niederlage bei Atalanta Bergamo.

Den negativen Höhepunkt bildete das 2:3 im Klassiker gegen den FC Bayern München am Samstagabend. Trotz der zwischenzeitlichen Führung durch Nico Schlotterbeck drehten die Münchner durch Harry Kane und Joshua Kimmich die Partie. Damit ist auch die letzte theoretische Hoffnung auf einen spannenden Titelkampf im Saisonendspurt dahin.

Schock-Diagnose für Kapitän Emre Can

Die Niederlage gegen den Rekordmeister schmerzt den BVB doppelt. Kapitän Emre Can musste verletzt ausgewechselt werden, und die Befürchtungen haben sich bestätigt: Der Nationalspieler erlitt einen Kreuzbandriss. Dies gab der Klub am Sonntag bekannt.

Sebastian Kehl zeigte sich betroffen über den langfristigen Ausfall des Führungsspielers: „Emres Verletzung ist extrem bitter. Nicht nur für ihn, sondern für uns alle. Er ist unser Kapitän, stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft und ist ein wichtiger Bestandteil unseres Klubs.“ Can wird den Dortmundern damit monatelang fehlen.

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