Darmstadt 98 hat am 26. Spieltag der 2. Bundesliga den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Das Team von Trainer Florian Kohfeldt kam am Freitagabend beim Tabellenschlusslicht 1. FC Magdeburg nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Da auch Aufstiegskonkurrent SV Elversberg parallel mit 0:2 bei der SpVgg Greuther Fürth verlor, spielt dieser Doppel-Patzer vor allem dem aktuellen Tabellenführer Schalke 04 in die Karten.

Verrückte Minuten für Darmstadts Fabian Nürnberger

Die Partie in Sachsen-Anhalt nahm Mitte der zweiten Halbzeit eine kuriose Wendung, in deren Zentrum Fabian Nürnberger stand. Der Mittelfeldspieler der Hessen beförderte den Ball zunächst per Bogenlampe unglücklich ins eigene Netz (62. Minute), ehe er seinen Fehler nur vier Zeigerumdrehungen später mit einem sehenswerten Ausgleichstreffer auf der Gegenseite wiedergutmachte. Insgesamt schrammte die Kohfeldt-Elf jedoch nur knapp an einer Niederlage vorbei.

Der gastgebende FCM verzeichnete deutlich mehr Spielanteile. SVD-Schlussmann Marcel Schuhen musste zweimal in höchster Not gegen Falko Michel und Dariusz Stalmach eingreifen. Zudem verfehlte Magdeburgs Angreifer Mateusz Zukowski nach einem eklatanten Patzer im Darmstädter Aufbauspiel das völlig leere Tor. Die Führung der Hausherren lag längst in der Luft. Ungewohnt war dabei das Bild auf den Rängen: Aufgrund einer Blocksperre nach Ausschreitungen blieb die eigentliche Fankurve leer, die Anhänger feuerten ihr Team stattdessen lautstark von der Gegengerade aus an.

Fürth mutiert zum Favoritenschreck und bremst Elversberg aus

Nicht nur Darmstadt ließ unerwartet Federn, auch die SV Elversberg stolperte im Rennen um den Bundesliga-Aufstieg. Die Saarländer kassierten bei der formstarken SpVgg Greuther Fürth eine 0:2-Niederlage und verharren damit vorerst auf dem Relegationsplatz. Das Kleeblatt aus Franken, das in der Hinrunde noch eine herbe 0:6-Klatsche gegen Elversberg hinnehmen musste, untermauerte eindrucksvoll seinen neuen Ruf als Favoritenschreck.

Nach couragierten Vorstellungen gegen Arminia Bielefeld, Schalke und Hannover zeigte sich Fürth erneut äußerst effektiv. Kapitän Branimir Hrgota nutzte die zweite echte Torchance der Gastgeber mit einem überlegten Flachschuss aus 20 Metern zur Führung (42. Minute). Obwohl Elversberg nach dem Seitenwechsel drängte und durch Winterneuzugang Immanuel Pherai zu guten Gelegenheiten kam, fehlte das Spielglück. Die größte Chance zum Ausgleich vergab Lukas Petkov, der in der 69. Minute einen Foulelfmeter über den Querbalken jagte. In der Nachspielzeit machte Lukas Reich (90.+6) schließlich den Deckel drauf und katapultierte die Hausherren auf Tabellenplatz zwölf.

Lachender Dritter an diesem Zweitliga-Abend ist der FC Schalke 04. Die Königsblauen gehen mit einem Punkt Vorsprung ins Wochenende und können diesen Abstand am Sonntag im direkten Spitzenduell gegen Hannover 96 weiter ausbauen.

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