DFB-Elf: Nagelsmann wählt Tah und Schlotterbeck als neues Abwehrduo
Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt in der Innenverteidigung der Nationalmannschaft künftig auf Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck.
Der spektakuläre Testlauf auf dem Weg zur Weltmeisterschaft offenbarte Höhen und Tiefen: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verzeichnete einen torreichen Sieg gegen die Schweiz, bei dem gleich sieben Treffer fielen. Während die Offensive um einen formstarken Serge Gnabry streckenweise glänzte, warfen gravierende Defensivpatzer und formschwache Einzelspieler Fragen auf. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bei der Vergabe der begehrten WM-Tickets noch einiges an Analysearbeit vor sich.
In der Abwehrkette glich der Auftritt einer Achterbahnfahrt. Besonders der Dortmunder Nico Schlotterbeck erlebte eine erste Halbzeit zum Vergessen: Zwei folgenschwere Fehlpässe im Spielaufbau luden die Eidgenossen direkt zu Kontertoren ein. Umso bemerkenswerter war jedoch seine Reaktion im zweiten Durchgang. Der Innenverteidiger agierte nach dem Seitenwechsel nahezu fehlerfrei und initiierte immer wieder kluge Vorstöße in die gegnerische Hälfte. Auch Abwehrchef Jonathan Tah pendelte zwischen Genie und Wahnsinn – einem eigenen Treffer und einer sensationellen Rettungsgrätsche stand eine direkte Mitschuld an einem Gegentor gegenüber. Torhüter Oliver Baumann erwischte bei seinem Einsatz ebenfalls keinen dankbaren Abend und agierte beim 0:1 durch einen mangelhaften Stellungswinkel unglücklich.
Im Mittelfeldzentrum zeigte Joshua Kimmich seine gewohnten Qualitäten als unermüdlicher Antreiber und Flankengeber, auch wenn er in der Anfangsphase seine rechte Defensivseite sträflich entblößte und so den frühen Rückstand mitverursachte. Sein Nebenmann Leon Goretzka erarbeitete sich zahlreiche hochkarätige Abschlusspositionen, ließ im Strafraum aber die letzte Kaltschnäuzigkeit vermissen. Defensiv offenbarte hingegen Angelo Stiller ungewohnte Lücken; dem Stuttgarter fehlte in den entscheidenden Zweikämpfen die nötige Präsenz, was beim ersten Gegentreffer durch Dan Ndoye schmerzhaft deutlich wurde.
Die größten Sorgenfalten dürfte dem Trainerstab jedoch die Leistung von Leroy Sané bereiten. Der sonst so pfeilschnelle Flügelflitzer fand zu keinem Zeitpunkt in die Partie und ließ Tempodribblings, Tiefenläufe sowie Torgefahr komplett vermissen. Da sein Backup Lennart Karl nach der Einwechslung deutlich präsenter auftrat, gerät der Platz im WM-Kader für den Münchner zunehmend in Gefahr. Gänzlich anders präsentierte sich Serge Gnabry: Von der Zehnerposition aus agierte der Offensivmann bereits in der ersten Hälfte als ständiger Aktivposten und nutzte den Test eindrucksvoll für erfolgreiche Eigenwerbung.
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