Nach der schmerzhaften 1:2-Niederlage beim 1. FSV Mainz 05 wächst bei Eintracht Frankfurt der Druck auf Cheftrainer Albert Riera spürbar. Der 43-jährige Spanier steht nach nur sieben Spielen an der Seitenlinie nicht nur wegen der sportlichen Talfahrt in der Kritik, sondern sorgt intern mit umstrittenen Kaderentscheidungen rund um Routinier Mario Götze für reichlich Unverständnis.

Götze auf der Tribüne: Rieras Entscheidungen werfen Fragen auf

Besonders eine Personalie bot rund um das Rhein-Main-Derby viel Zündstoff. Riera strich Mario Götze komplett aus dem Spieltagskader der Hessen. Statt auf die Kreativität des 33-jährigen Offensivmannes zu setzen, der laut Medienberichten kurz vor einer Vertragsverlängerung steht, erhielten die Nachwuchskräfte Oscar Højlund und Love Arrhov den Vorzug. Diese Maßnahme sorgte nicht nur im Frankfurter Lager, sondern offenbar auch bei gegnerischen Spielern wie dem Mainzer Jonny Burkardt für große Verwunderung.

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Zusätzlich goss der Frankfurter Übungsleiter nach dem Abpfiff Öl ins Feuer. Er nahm seine Mannschaft in die Pflicht und bemängelte die fehlende Qualität im letzten Drittel, die er als Trainer von der Seitenlinie nicht ersetzen könne. Für Kopfschütteln sorgte zudem Rieras Aussage, ein Auswärtssieg bei den Rheinhessen wäre angesichts der historischen Bilanz ein Wunder gewesen. Das wirkte besonders deshalb deplatziert, weil die Eintracht mit einem Kaderwert von knapp 389 Millionen Euro als klarer Favorit antrat und Mainz zudem die Belastung eines Conference-League-Spiels unter der Woche in den Knochen hatte.

Europapokal in Gefahr: Die SGE blickt nach unten

Auch in der sportlichen Führungsebene wächst die Unzufriedenheit. Sportvorstand Markus Krösche fand im Nachgang deutliche Worte und rügte das harmlose Angriffsspiel der Adlerträger. Trotz viel Ballbesitz erarbeitete sich das Team kaum zwingende Torchancen – ein klares Alarmsignal im Kampf um das internationale Geschäft.

Die Tabellensituation ist durch den Patzer in Mainz deutlich ungemütlicher geworden. Anstatt den Rückstand auf Platz sechs auf fünf Punkte zu verkürzen, spürt die Eintracht nun den Atem des SC Freiburg im Nacken, der bis auf einen Zähler herangerückt ist. Sollte am Ende der Spielzeit nur Rang sieben herausspringen, winkt im besten Fall die Qualifikation für die drittklassige Conference League. Gemessen an den hohen Ambitionen in der Mainmetropole ist das schlichtweg zu wenig. Riera muss nun rasch spielerische Lösungen präsentieren, um das Saisonziel nicht vollends zu verspielen und die Kabine wieder hinter sich zu vereinen.

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