Der FC Chelsea entgeht vorerst einem drastischen Einschnitt in seine Kaderplanung. Die Premier League hat den Londoner Traditionsklub mit einer einjährigen Transfersperre sowie einer Geldstrafe in Höhe von 11,6 Millionen Euro belegt. Da die Sperre für die Profimannschaft jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurde, dürfen die Blues im kommenden Sommer auf dem Transfermarkt regulär aktiv werden.

Millionenstrafe und Bewährung für die Profis

Aufatmen an der Stamford Bridge: Die sportliche Führung der ersten Mannschaft bleibt von unmittelbaren Restriktionen verschont. Die englische Liga hat die einjährige Registrierungssperre für neue Spieler für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Voraussetzung dafür ist, dass sich der aktuelle Tabellensechste der Premier League in diesem Zeitraum keine weiteren Verstöße zuschulden kommen lässt. Auch ein schmerzhafter Punktabzug bleibt den Londonern bis auf Weiteres erspart. Einzig die Nachwuchsarbeit wird hart sanktioniert: Für den Akademiebereich des Klubs tritt eine neunmonatige Transfersperre mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Schatten der Abramovich-Ära: Chelsea meldete sich selbst

Die Ursache für die drastische Strafe liegt weit in der Vergangenheit. Den Ermittlungen der Liga zufolge kam es zwischen 2011 und 2018 unter dem damaligen Eigentümer Roman Abramovich zu massiven Verstößen gegen die Finanzregularien. Konkret geht es um unvollständige Finanzberichte und verschwiegene Zahlungen an Spieler, nicht registrierte Berater und dritte Parteien.

Die aktuelle Klubführung unter dem Konsortium BlueCo, das den Verein 2022 übernahm, hatte die Unregelmäßigkeiten bei der Überprüfung der Bücher selbst entdeckt und proaktiv an die Behörden gemeldet. Durch diese Kooperation und die erzielte Einigung mit der Premier League hat das Urteil keine negativen Auswirkungen auf den aktuellen Status der Londoner im Rahmen des geltenden Financial Fairplays. Der englische Topklub kann die zukünftigen Wechselperioden somit ohne Einschränkungen für das Profiteam planen, muss die Altlasten aus der Abramovich-Zeit nun aber finanziell teuer bezahlen.

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