Der FC Liverpool steht im Achtelfinale der Champions League mit dem Rücken zur Wand. Die Engländer verloren das Hinspiel bei Galatasaray mit 0:1. Im Mittelpunkt der Kritik steht dabei Florian Wirtz: Der deutsche Nationalspieler ließ beste Gelegenheiten ungenutzt und symbolisiert die aktuelle Offensivkrise der Reds.

Florian Wirtz als Chancentod: Massive Kritik der englischen Presse

Es war ein Abend zum Vergessen für die Mannschaft von der Anfield Road und insbesondere für ihren 22-jährigen Spielmacher. Ein unerklärlicher Fehlschuss vor dem leeren Tor sowie eine Großchance, die nur in den Fäusten des gegnerischen Torhüters landete, machten Florian Wirtz zum Gesicht dieser schmerzhaften Auswärtspleite. Dem Offensivstar war seine schwache Leistung nach dem Schlusspfiff vollauf bewusst. In den sozialen Netzwerken sprach er von einem sehr enttäuschenden Spiel, versprach den Fans aber gleichzeitig eine klare Reaktion für das Rückspiel.

Die englische Presselandschaft kannte am Tag nach dem Auftritt am Bosporus jedoch keine Gnade. Die BBC betitelte die Leistung des Nationalspielers schlicht als enttäuschend, während der Telegraph ihn gar als irrelevant auf dem Platz bezeichnete. Auch das generelle Urteil über das Team fiel vernichtend aus. Die Times konstatierte, dass der Elan der vergangenen Meistersaison komplett verflogen sei und warf der Mannschaft fehlende Kampfbereitschaft und mangelnde Kreativität vor.

Trainer Arne Slot schlägt Alarm – Standardschwäche kostet das Spiel

Teammanager Arne Slot sparte nach der Niederlage nicht mit deutlichen Worten. Auf die vergebenen Möglichkeiten seines Spielmachers angesprochen, stellte der Niederländer trocken fest, dass dieser den Ball zwingend im Netz hätte unterbringen müssen. Die mangelnde Kaltschnäuzigkeit zieht sich laut Slot wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Während Galatasaray jeden Angriff mit maximaler Entschlossenheit ausspielte, agierte seine eigene Offensive viel zu fahrig.

Das entscheidende Gegentor offenbarte zudem ein altbekanntes Problem der Engländer. Bereits in der 7. Minute traf Mario Lemina nach einem Eckball für die Türken. Es war wettbewerbsübergreifend bereits der zehnte Gegentreffer, den Liverpool nach einer Ecke kassierte. Ein defensiver Offenbarungseid gegen einen Gegner, der sich sogar den Luxus erlauben konnte, Leroy Sané zunächst 90 Minuten auf der Bank schmoren zu lassen.

Schicksalsspiel an der Anfield Road: Druck auf Liverpool wächst

Für Arne Slot wird die Luft auf der Insel zunehmend dünner. Bereits in der vergangenen Spielzeit war der Coach mit seiner Mannschaft im Achtelfinale an Paris Saint-Germain gescheitert. Ein erneutes frühes Aus würde die anhaltende Kritik an seiner Person massiv befeuern. In den Medien wird bereits spekuliert, dass im Sommer ein teurer Kaderumbau unumgänglich sei, sollte das Weiterkommen verpasst werden.

Trotz der miserablen Ausgangslage gibt sich das Team vor dem Rückspiel kämpferisch. Selbst Galatasaray-Coach Okan Buruk sieht die Engländer weiterhin in der Favoritenrolle, betonte aber das gewachsene Selbstvertrauen seiner Elf. An der Anfield Road wird Liverpool nun beweisen müssen, ob die Geister der Vergangenheit vertrieben werden können – und ob Florian Wirtz seine Treffsicherheit auf höchstem europäischem Niveau wiederfindet.

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