Der FC Schalke 04 hat einen sicher geglaubten Heimsieg gegen Hannover 96 in der 2. Bundesliga noch aus der Hand gegeben. Trotz einer komfortablen 2:0-Pausenführung endete die hart umkämpfte Partie in der ausverkauften Veltins-Arena am Ende mit 2:2. Ein Platzverweis gegen Schalkes Torjäger Edin Dzeko in der 52. Minute leitete die Wende ein und ermöglichte den Niedersachsen eine späte Aufholjagd, die mit der buchstäblich letzten Aktion des Spiels belohnt wurde.

Königsblaue Dominanz und schnelles Sturm-Duo

Zu Beginn der Partie sahen die Zuschauer eine dominante Heimmannschaft. Nach überstandener Rückenverletzung kehrte Loris Karius nach vier Spielen Pause zwischen die Pfosten zurück, verlebte aber zunächst einen ruhigen Nachmittag. Die Elf von Trainer Miron Muslic trat als Spitzenreiter extrem zielstrebig auf und schnürte die Gäste früh in der eigenen Hälfte ein.

Folgerichtig gingen die Hausherren in Führung: Kapitän Kenan Karaman bediente in der 29. Minute punktgenau seinen Sturmpartner Edin Dzeko, der eiskalt zu seinem sechsten Saisontreffer vollstreckte. Zuvor war der bosnische Routinier noch aus aussichtsreicher Position an 96-Keeper Nahuel Noll gescheitert. Noch vor der Pause belohnten sich die Schalker ein zweites Mal. Nach einer präzisen Flanke von Soufiane El-Faouzi schraubte Ex-Hannoveraner Karaman das Ergebnis per Kopfball auf 2:0 in die Höhe (38.).

Fahrlässige Aktion: Dzeko sieht die Rote Karte

Die zweite Halbzeit begann direkt mit einem herben Rückschlag für die Königsblauen. Im Halbfeld übersah Dzeko seinen heranstürmenden Gegenspieler Husseyn Chakroun und traf diesen mit hohem Bein voll am Bauch. Schiedsrichter Robin Braun wertete die unabsichtliche, aber grob fahrlässige Aktion korrekterweise als rotwürdig und schickte den Angreifer vorzeitig zum Duschen (52.). Für den ehemaligen Italien-Legionär, der am kommenden Dienstag seinen 40. Geburtstag feiert, war es der vierte Platzverweis seiner langen Profikarriere. Zudem wird er das anstehende Top-Spiel gegen Darmstadt verpassen.

Drama in der Schlussphase: Karius im Mittelpunkt

Mit einem Mann mehr auf dem Rasen rissen die Gäste aus Hannover das Spielgeschehen zunehmend an sich, während sich Schalke tief in die eigene Hälfte zurückzog und die Euphorie auf den Rängen spürbar abkühlte. In den Schlussminuten überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst glänzte Rückkehrer Karius noch stark, als er einen Strafstoß von Hannovers Kapitän Enzo Leopold bravourös parierte. Doch die Freude währte nur wenige Sekunden: Die direkt anschließende Ecke wuchtete Maik Nawrocki per Kopf zum 1:2-Anschlusstreffer in die Maschen (81.).

Die Schalker Abwehr geriet in der Schlussphase enorm ins Schwimmen und hielt dem Dauerdruck der Gäste letztlich nicht stand. Mit der allerletzten Offensivaktion der Partie sicherte Benedikt Pichler per Kopfball das 2:2-Unentschieden. Schlussmann Loris Karius machte beim späten Ausgleichstreffer keine glückliche Figur und besiegelte damit den bitteren Punktverlust für die Gastgeber.

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