Der ehemalige Bundesliga-Profi Felix Kroos hat sich besorgt über die sportliche Situation beim VfL Wolfsburg und dem 1. FC Köln geäußert. In einer deutlichen Analyse spricht er beiden Vereinen die nötige Reife für den Abstiegskampf ab und sieht gravierende strukturelle Defizite, die den Klassenerhalt gefährden könnten.

Wolfsburg fehlt die Mentalität für den Keller

Für den VfL Wolfsburg sieht der Ex-Mittelfeldspieler schwarz. Kroos begründet seine pessimistische Einschätzung nicht nur mit der aktuellen Tabellensituation, die er als bedrohlich einstuft, sondern vor allem mit der DNA des Klubs. Seiner Meinung nach rennen die Wölfe seit Jahren den eigenen Ansprüchen hinterher. Das vernichtende Urteil des 32-Jährigen: „Dieser Verein kann kein Abstiegskampf.“

Die Diskrepanz zwischen dem Anspruch, um europäische Plätze zu spielen, und der Realität im Tabellenkeller sei ein Hauptproblem. Kroos vermutet, dass im Umfeld der Niedersachsen einiges schiefläuft, auch wenn er betont, nicht täglich vor Ort zu sein. Die Trends sprächen jedoch eine eindeutige Sprache gegen den Werksklub.

1. FC Köln: Schwierigkeiten, den Hebel umzulegen

Auch für den 1. FC Köln zeichnet Kroos ein düsteres Szenario. Den Domstädtern attestiert er aktuell einen Trend, der sogar das Erreichen des Relegationsplatzes gefährdet. Das Hauptproblem sieht der Experte in der mentalen Einstellung zu Saisonbeginn. Man gehe nicht in eine Spielzeit mit dem Gedanken an den Abstiegskampf, sondern habe andere Ziele. Wenn man diesen nicht gerecht wird, sei es extrem schwer, die nötige Härte für den Überlebenskampf zu entwickeln.

„Es ist schwer, den Hebel umzulegen“, analysiert Kroos. Ihm fehle im Kader der Geißböcke das passende Personal mit den richtigen Charakteren, die explizit auf den Existenzkampf in der Liga ausgerichtet sind. Eine solche Situation nehme schnell eine gefährliche Eigendynamik an, der man nur schwer entkommen könne.

Kritik an Management und Kaderplanung

Ein übergreifendes Problem bei den Krisenklubs sieht Kroos in der Führungsebene. Unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten entscheide am Ende das „Know-how“ im Verein darüber, wie sinnvoll Gelder eingesetzt werden. Hier hat der ehemalige Bremer und Berliner Zweifel, ob bei den betroffenen Vereinen die richtigen Leute in den entscheidenden Positionen sitzen.

Im Gegensatz dazu lobt er die Arbeit beim 1. FC Heidenheim. Der Aufsteiger sei „weg“ aus der Gefahrenzone, was Kroos als Beleg für gute Arbeit wertet. Für Köln und Wolfsburg hingegen prophezeit er einen harten Weg: „Das ist alles ein Zusammenspiel, was sich auf dem Platz wiederfindet.“ Besonders für den FC erwartet er einen Kampf bis zum letzten Spieltag, da die zwischenzeitliche Scheinsicherheit nach einem ordentlichen Saisonstart längst verflogen sei.

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