Der australische Lokalmatador Oscar Piastri hat zum Auftakt der neuen Formel-1-Ära ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Im zweiten freien Training zum Großen Preis von Australien sicherte sich der McLaren-Pilot die Tagesbestzeit und verwies die Konkurrenz auf dem Albert Park Circuit auf die Plätze. Mit einer Rundenzeit von 1:19,729 Minuten startete der Dritte der vergangenen Weltmeisterschaft optimal in sein Heimrennen.

Heimspiel in Melbourne: McLaren vor Mercedes-Duo

Piastri nutzte den Heimvorteil perfekt und ließ den neu formierten Silberpfeilen keine Chance. Dennoch präsentierte sich Mercedes stark: Youngster Kimi Antonelli landete mit einem Rückstand von 0,214 Sekunden auf dem zweiten Platz. Sein erfahrener Teamkollege George Russell komplettierte das gute Ergebnis für die Stuttgarter als Dritter (+0,320 Sekunden). Damit deutet sich für das Rennwochenende ein spannender Dreikampf an der Spitze an.

Verstappen zurückhaltend, Sorgen bei Weltmeister Norris

Während Piastri jubeln durfte, lief es für seinen Teamkollegen weniger rund. Lando Norris, der als amtierender Weltmeister in die Saison geht, kämpfte mit der Technik. Getriebeprobleme im ersten Training kosteten wertvolle Zeit, am Ende reichte es für den Briten nur zu Rang sieben. Auch Max Verstappen hielt sich noch zurück: Der vierfache Champion im Red Bull beendete die Session auf dem sechsten Platz und hat für das Qualifying noch Luft nach oben.

Solides Debüt für Audi und Hülkenberg

Besondere Aufmerksamkeit lag auf dem ersten offiziellen Auftritt von Audi als Werksteam. Nico Hülkenberg, der einzige deutsche Stammpilot im Feld, lenkte den neuen Audi R26 als erstes Fahrzeug auf die Strecke. Die Ingolstädter, die den Sauber-Rennstall übernommen haben, zeigten eine vielversprechende Zuverlässigkeit. Hülkenberg beendete das Training auf einem soliden zwölften Rang und erfüllte damit die hohen Erwartungen an die Standfestigkeit beim Debüt.

Neue Ära: Technik hält stand

Der Saisonauftakt in Melbourne markiert den Beginn eines neuen Reglements. Die Boliden sind kürzer, schmaler und leichter konzipiert. Angetrieben werden sie von Aggregaten, die zu gut 50 Prozent auf elektrische Energie und zu 50 Prozent auf Verbrenner mit nachhaltigem Kraftstoff setzen. Trotz anfänglicher Bedenken bezüglich des Energie-Managements blieb das befürchtete Chaos aus. Zwar meldeten einige Piloten fehlende Power und es gab vereinzelt Safety-Car-Phasen durch Dreher, doch die grundlegende Technik hielt der ersten Belastungsprobe stand.

Das erste Rennen der Saison startet am Sonntag um 05:00 Uhr MEZ.

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