Der FSV Mainz 05 hat im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt einen immens wichtigen Auswärtssieg gefeiert. Die Rheinhessen setzten sich im Weserstadion mit 2:0 gegen den direkten Konkurrenten Werder Bremen durch und verschafften sich damit wertvolle Luft im Tabellenkeller.

Blitzstart durch Paul Nebel schockt die Hausherren

Die Bremer, die kurzfristig auf Niklas Stark und Senne Lynen verzichten mussten, erwischten einen denkbar schlechten Start in die Partie. Bereits in der 6. Minute wurde die schläfrige Defensive der Gastgeber eiskalt bestraft: Der nur 1,69 Meter große Paul Nebel durfte nach einer Flanke völlig unbedrängt aus sechs Metern zum Flugkopfball ansetzen und brachte die Gäste früh auf die Siegerstraße.

Im direkten Gegenzug versuchte Werder prompt zu antworten. Leonardo Bittencourt setzte das Leder per Kopf jedoch nur an die Querlatte (8.). In der Folge blieben die Bremer zwar bemüht, entwickelten aber im kühlen Weserstadion kaum noch nennenswerte Torgefahr. Die effizienten Mainzer verwalteten die knappe Führung bis zum Halbzeitpfiff überaus souverän.

Lee erzwingt die Entscheidung im Konter

Nach dem Seitenwechsel drängten die Mainzer darauf, das fünfte Pflichtspiel-Remis in Folge zu vermeiden. Eine stark ausgespielte Kontersituation brachte schließlich die Vorentscheidung: Eine präzise Hereingabe des pfeilschnellen Sheraldo Becker vollendete Jae-sung Lee (52.) etwas unorthodox, aber hochwirksam zum 2:0.

Werder wirkte durch den erneuten Nackenschlag merklich getroffen. Zwar verpasste Justin Njinmah in der 64. Minute den Anschlusstreffer nur um Zentimeter, doch insgesamt verteidigte Mainz die Führung in der Schlussphase leidenschaftlich. Auch das Bundesliga-Debüt von Salim Musah, der kurz vor Schluss (86.) noch einmal für etwas Gefahr im Mainzer Strafraum sorgte, änderte nichts mehr an der verdienten Bremer Heimpleite.

Rückenwind für historische Europapokal-Nacht

Während die Grün-Weißen nach zuletzt zwei Siegen einen herben Rückschlag hinnehmen müssen und auf Tabellenrang 15 abrutschen, geht der Blick der Mainzer nach vorne. Der Vorsprung der Bremer auf den Relegationsplatz ist auf einen mageren Zähler geschmolzen, Mainz liegt nun zwei Punkte vor dem Team vom Osterdeich.

Für die Mainzer dient der Befreiungsschlag in der Liga als perfekte Einstimmung auf das zweite große Saisonziel. Bereits am Donnerstagabend bietet sich der Mannschaft im Heimspiel gegen den tschechischen Vertreter Sigma Olmütz die historische Chance, erstmals in der Vereinsgeschichte in das Viertelfinale der Conference League einzuziehen. Das gewonnene Selbstvertrauen aus dem Bremer Weserstadion kommt da genau zur rechten Zeit.

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