Der Hamburger SV und der FC Augsburg trennen sich am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit einem spektakulären 1:1-Unentschieden. In einem phasenweise wilden Spiel mit einem Platzverweis für Hamburgs Miro Muheim und einer bemerkenswerten Fair-Play-Aktion teilen sich die Kontrahenten am Ende die Punkte.

Chaves bringt effiziente Augsburger in Führung

Die Partie in der Hansestadt startete sofort auf Betriebstemperatur. Der HSV, bei dem Torjäger Robert Glatzel nach seiner kurzzeitigen Suspendierung überraschend direkt wieder in die Startelf rotierte, verzeichnete durch Philip Otele gleich in der dritten Minute die erste große Chance. Doch die Gäste aus Bayern zeigten sich im ersten Durchgang äußerst effizient: Nach einem langen Freistoß flankte Marius Wolf ungestört in den Strafraum. Die Kugel prallte vom Rücken des Hamburgers William Mikelbrencis direkt vor die Füße von Arthur Chaves, der den Ball gedankenschnell zur 1:0-Führung für den FCA über die Linie stocherte (22. Minute).

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Im Anschluss zog sich die Elf von Trainer Manuel Baum defensiv deutlich zurück und bot den pfeilschnellen Angreifern der Hausherren kaum noch Räume für Konter. Augsburgs Keeper Finn Dahmen reagierte kurz vor der Pause glänzend gegen den stark aufspielenden Otele, bevor Rückkehrer Glatzel den Ausgleich mit einem Drehschuss nur um Haaresbreite verpasste.

Königsdörffer gleicht aus – Rote Karte bremst die Hamburger

Nach dem Seitenwechsel drängten die Norddeutschen weiter auf den Treffer. Belohnt wurden die Bemühungen in der 60. Minute, als Ransford Königsdörffer das hochverdiente 1:1 erzielte. Die Euphorie im Stadion währte jedoch nur kurz: Wenige Minuten später erwies Miro Muheim seinem Team einen Bärendienst und flog mit einer glatten Roten Karte vom Platz (64.). In Unterzahl musste sich die Heimmannschaft fortan defensiver ausrichten, um den Punktgewinn in der verbleibenden halben Stunde abzusichern.

Große Geste von Gregoritsch sorgt für Applaus

Neben viel Aluminium und hitzigen Zweikämpfen sorgte eine ganz besondere Szene für Aufsehen: Schiedsrichter Deniz Aytekin hatte noch im ersten Durchgang auf einen vielversprechenden Freistoß für die Gäste am Strafraumrand entschieden. Nach kurzer Rücksprache mit dem vermeintlich gefoulten Michael Gregoritsch nahm der Unparteiische die Entscheidung jedoch zurück. Der österreichische Angreifer gab fair zu, nicht regelwidrig gestoppt worden zu sein – eine vorbildliche Aktion, die ihm den verdienten Fair-Play-Applaus von den Rängen einbrachte.

Durch das Unentschieden festigen beide Vereine ihre Position im Tabellenmittelfeld. Das Polster auf die Abstiegsränge ist komfortabel geblieben: Der Vorsprung auf den siebzehnten Platz und den dort rangierenden VfL Wolfsburg beträgt für beide Teams nun zehn Zähler. Ein solides Fundament für einen entspannten Saisonendspurt.

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