Schwere Ausschreitungen überschatten Zweitliga-Spiel Dresden gegen Hertha
Massive Fan-Krawalle und fliegende Pyrotechnik zwingen beim Spiel Dresden gegen Hertha zu einer langen Unterbrechung.
Hertha BSC hat im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga wichtige Punkte gesammelt und Dynamo Dresden auswärts mit 1:0 besiegt. Doch das sportliche Geschehen rückte im Rudolf-Harbig-Stadion völlig in den Hintergrund. Massive Fanausschreitungen, fliegende Raketen und eine fast 20-minütige Spielunterbrechung sorgten für chaotische und gefährliche Szenen, bevor Marten Winkler den Hauptstadtklub in der 80. Minute in Unterzahl zum Sieg schoss.
Die Begegnung zwischen den beiden Traditionsvereinen war von Beginn an von großer Anspannung geprägt. Fußballerische Glanzpunkte blieben in der Anfangsphase aus, stattdessen dominierte eine hitzige Atmosphäre auf den Rängen. Bereits in den ersten Minuten hallten immer wieder Böller durch das Stadion, doch in der 19. Minute eskalierte die Situation völlig. Nachdem im Dresdner Fanblock provokant eine Fahne der Berliner präsentiert wurde, drangen Gäste-Anhänger in den Innenraum ein und schossen gezielt Leuchtraketen auf die umliegenden Tribünen. Die sächsischen Fans feuerten daraufhin Geschosse zurück.
Schiedsrichter Sven Jablonski reagierte umgehend, unterbrach die Zweitliga-Partie und schickte beide Mannschaften aus Sicherheitsgründen in die Kabinen. Zu diesem Zeitpunkt stand das sportliche Duell kurz vor dem kompletten Abbruch.
Während die Spieler in den Katakomben auf eine Entscheidung warteten, spitzte sich die Lage auf dem Rasen weiter zu. Mehrere Dynamo-Anhänger, die im Rahmen einer Choreographie in gelbe Regenmäntel gehüllt waren, stürmten in Richtung des Gästeblocks. Ein massives Polizeiaufgebot musste sich den Randalierern in den Weg stellen, woraufhin diese zurück auf die Ränge flüchteten. Auf den Tribünen brannte währenddessen weitere Pyrotechnik, und auch die zuvor entwendete Fahne der Alten Dame ging in Flammen auf.
Dresdens Sportchef Sören Gonther zeigte sich am Rande des Spielfelds fassungslos über die Vorfälle und betonte, dass derartige Jagdszenen nichts mit Fußball zu tun hätten. Erst nachdem die Polizei das Stadioninnere mit zusätzlichen Einsatzkräften abgesichert und offiziell grünes Licht gegeben hatte, konnte das Spiel nach einer knapp 20-minütigen Zwangspause fortgesetzt werden. Hertha-Trainer Stefan Leitl lobte im Anschluss das besonnene Handeln des Unparteiischen.
Nach Wiederanpfiff beruhigte sich die Lage auf den Zuschauerrängen glücklicherweise, und der Fokus richtete sich wieder auf den Rasen. Die Berliner traten nun dominanter auf, auch wenn klare Großchancen auf beiden Seiten zunächst Mangelware blieben. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich schließlich ein offener Schlagabtausch im Kampf um den Aufstieg.
Ein herber Rückschlag schien die Gäste zu treffen, als Herthas Josip Brekalo mit einer Roten Karte des Feldes verwiesen wurde. Doch der Hauptstadtklub bewies Moral: In der 80. Minute war es Marten Winkler, der trotz numerischer Unterlegenheit den entscheidenden Treffer zum 1:0-Endstand markierte. Hertha BSC nimmt damit drei essenzielle Punkte im Kampf um die vorderen Tabellenplätze mit an die Spree, doch ein juristisches und sportgerichtliches Nachspiel der skandalösen Vorfälle dürfte beiden Vereinen noch bevorstehen.
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