DFB prüft Völler-Verbleib: Sportdirektor wackelt nach frühem WM-Aus
Nach dem WM-Aus und dem Nagelsmann-Abschied debattiert der DFB intensiv über die Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler.
Nach dem desaströsen Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2026 und dem anschließenden Rücktritt von Julian Nagelsmann steht Jürgen Klopp offenbar kurz davor, den Posten als Bundestrainer zu übernehmen. Während Fußball-Deutschland auf den erhofften Heilsbringer setzt, äußert Trainer-Legende Arsène Wenger erhebliche Zweifel daran, ob ein Trainerwechsel allein die tiefgreifenden Probleme der Nationalmannschaft lösen kann.
Der Deutsche Fußball-Bund steht nach dem enttäuschenden Aus in der Zwischenrunde gegen Paraguay vor einem radikalen sportlichen Neuanfang. Julian Nagelsmann hatte am Freitag die Konsequenzen gezogen und seinen Platz geräumt, wobei ihm angeblich eine Millionen-Abfindung den Abschied versüßt. Die Lücke soll nun der ehemalige BVB- und Liverpool-Erfolgscoach schließen.
Der 59-Jährige hat seine Bereitschaft für das Amt bereits öffentlich signalisiert. Nach übereinstimmenden Berichten besteht zwischen dem DFB und dem Wunschkandidaten bereits Einigkeit. Die finale Hürde stellt nun Klopps aktueller Arbeitgeber Red Bull dar. Entsprechende Verhandlungen über eine Freigabe sollen in der Woche vor dem WM-Finale in den USA stattfinden.
Dass der designierte Bundestrainer eine Aufbruchstimmung erzeugen wird, steht außer Frage. Doch im Format Kroos & Kroos: die WM unter der Lupe von Weltmeister Toni Kroos trat Arsène Wenger kräftig auf die Euphoriebremse. Der Name Klopp gebe Deutschland zwar die Hoffnung zurück, wieder auf höchstes Niveau zu kommen, so der 76-Jährige. Er sei sich jedoch nicht sicher, ob sich dadurch alles verändere, da die Probleme tiefgründiger seien.
Niemand stelle die Qualität des Top-Managers infrage, betonte der langjährige Teammanager des FC Arsenal. Er zog jedoch einen brisanten Vergleich: Auch Brasilien habe mit Carlo Ancelotti einen Startrainer verpflichtet, agiere aber weiterhin mit denselben Spielern. Die Formel des Franzosen lautet schlichtweg: Gute Spieler brauchen einen großartigen Trainer, aber großartige Manager brauchen eben auch gute Spieler. Beide Komponenten müssten Hand in Hand gehen.
Gleichzeitig nahm Wenger den geschassten Julian Nagelsmann in Schutz. Er glaube nicht, dass der Ex-Bayern-Coach während des Turniers gravierende Fehler gemacht habe. Vielmehr sieht der erfahrene Fußballfachmann ein klares strukturelles Defizit im deutschen Kader.
Besonders im Angriffszentrum fehlt es der DFB-Elf an internationaler Spitzenklasse. Eine funktionierende Mannschaft benötige einen Spieler, der in den entscheidenden Momenten trifft, erklärte Wenger und verwies auf den englischen Mittelstürmer Harry Kane. Einen solchen eiskalten Vollstrecker gebe es derzeit im deutschen Fußball schlichtweg nicht. Eine Baustelle, die auch ein charismatischer Motivator wie Jürgen Klopp nicht über Nacht schließen kann.
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