Julian Nagelsmann stellt sich schützend vor Antonio Rüdiger. Nach massiver Kritik an einem harten Einsteigen im Trikot von Real Madrid hat der Bundestrainer bei der Kader-Nominierung in Frankfurt am Main den enormen Stellenwert des Abwehrspielers für die deutsche Nationalmannschaft betont. Vor den anstehenden WM-Testspielen am 27. März in der Schweiz und drei Tage später gegen Ghana lobte Nagelsmann den unbedingten Einsatzwillen seines Verteidigers auf und neben dem Platz.

Vorwürfe aus Spanien: Ein fußballspezifisches Foul?

Im Ligaspiel der Königlichen gegen den FC Getafe geriet der Innenverteidiger zuletzt heftig in die Kritik. Gegenspieler Diego Rico warf dem Madrilenen gar vor, ihn vorsätzlich verletzen zu wollen – eine Anschuldigung, die der Beschuldigte vehement von sich wies. Auch der DFB-Coach sprang seinem Schützling nun zur Seite. Es habe sich um ein hartes, aber schlichtweg fußballspezifisches Foul gehandelt. Der 81-malige Nationalspieler sei ohnehin ein Typ, der polarisiere und bei dem Aktionen oft größer gemacht würden als bei anderen Akteuren.

Volles Commitment für die Familie Nationalmannschaft

Noch im vergangenen Jahr hatte es aus der sportlichen Leitung des DFB andere Töne gegeben. Nachdem der Abwehrmann im spanischen Clásico gegen den FC Barcelona von der Bank aus ein Kühlpad in Richtung des Schiedsrichters geworfen hatte, forderten Nagelsmann und DFB-Sportdirektor Rudi Völler mehr Respekt und ein besseres Vorbildverhalten. Diese Dissonanzen sind mittlerweile komplett ausgeräumt. Der Cheftrainer bescheinigte dem Routinier eine durchweg positive Entwicklung in den letzten Monaten. Rüdiger schütze die Familie Nationalmannschaft extrem und tue alles für den sportlichen Erfolg.

Neue Rolle als Herausforderer im WM-Jahr

Nach einer längeren Verletzungspause kehrt der Defensivspezialist nun in den Kader für die ersten Länderspiele des WM-Jahres zurück. Einen garantierten Stammplatz hat er jedoch nicht. Zuletzt formierten Jonathan Tah vom FC Bayern und der Dortmunder Nico Schlotterbeck das Abwehrzentrum. Dennoch erwartet der Bundestrainer keine Konflikte, sollte der Real-Profi vorerst die Rolle des Herausforderers einnehmen. Zwischen beiden herrsche ein super enger Draht und große Ehrlichkeit in beide Richtungen. Der absolute Siegeswille des 33-Jährigen werde dem Team in jeder Konstellation enorm helfen.

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