Das Rätselraten um die Nervenstärke des jüngsten Premier-League-Trainers hat ein Ende: Fabian Hürzeler denkt gar nicht daran, um seinen Posten zu zittern. Trotz einer dramatischen Talfahrt mit Brighton & Hove Albion wischt der 32-Jährige alle Spekulationen über eine mögliche Entlassung vor dem schweren Gang an die Anfield Road beiseite und betont den starken Rückhalt der Vereinsführung.

Absturz in der Tabelle: Die Luft wird dünner

Die Realität an der englischen Südküste ist in den letzten Wochen rauer geworden. Hatten die „Seagulls“ zu Saisonbeginn noch von Europa geträumt und zwischenzeitlich Rang fünf belegt, ist der Absturz mittlerweile besorgniserregend. Nach nur einem einzigen Sieg aus den letzten 13 Ligaspielen findet sich das Team auf Platz 14 wieder. Der Vorsprung auf die Abstiegszone, die aktuell von West Ham United markiert wird, ist auf sieben Zähler geschmolzen.

In diesem hitzigen Klima reist Brighton nun ausgerechnet zum FC Liverpool. In der vierten Runde des prestigeträchtigen FA Cups wartet am Samstagabend eine der schwerstmöglichen Aufgaben auf den ehemaligen Erfolgscoach des FC St. Pauli. Doch wer nun einen verunsicherten Übungsleiter erwartet, sieht sich getäuscht.

Hürzeler definiert Druck neu

„Ich spüre keinen Druck“, stellte Hürzeler auf der Pressekonferenz vor dem Pokal-Kracher unmissverständlich klar. Für den Taktik-Fuchs ist die Situation kein Existenzkampf um seinen Arbeitsvertrag, sondern eine Frage der inneren Einstellung. Er differenziert dabei stark zwischen der Erwartungshaltung von außen und seinem eigenen Anspruch.

„Ich spüre den Druck, den ich mir selbst auferlege“, erklärte der gebürtige Texaner seine Philosophie. Sein Fokus liege einzig darauf, die Mannschaft bestmöglich vorzubereiten und jeden Tag besser zu machen. „Das ist der größte Druck, den ich spüre, denn ich möchte immer mein Bestes geben, für den Verein da sein, für die Fans, für die Mannschaft, für die Mitarbeiter.“ Dieser intrinsische Antrieb wiege schwerer als jede Schlagzeile in der englischen Presse.

Rückendeckung statt Rauswurf-Gedanken

Ein entscheidender Faktor für Hürzelers Gelassenheit ist die Kommunikation mit der Teppichetage. Von den Verantwortlichen fühlt sich der Cheftrainer keineswegs isoliert. Im Gegenteil: Der Austausch sei intensiv und ehrlich. „Wir sprechen ganz offen miteinander. Wir sprechen über die Realität, in der wir uns derzeit befinden“, so Hürzeler.

Für den Übungsleiter hat die aktuelle Misere sogar einen lehrreichen Charakter. In solchen Phasen zeige sich das wahre Gesicht einer Zusammenarbeit: „Dann sieht man wirklich, wie man miteinander umgeht, wie man sich gegenseitig unterstützt.“ Da er diese Unterstützung spürt, ist sein Wille ungebrochen, das Vertrauen mit Leistung zurückzuzahlen.

Im Januar holten die Südengländer lediglich zwei von 15 möglichen Punkten. Ein Überraschungserfolg im FA Cup gegen die „Reds“ wäre nicht nur Balsam für die Fan-Seele, sondern auch das definitive Signal, dass Fabian Hürzeler und Brighton & Hove Albion diese Krise gemeinsam meistern wollen.

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