Der FC Arsenal hat am Dienstagabend einen großen Schritt in Richtung englische Meisterschaft gemacht und Brighton & Hove Albion im Amex Stadium mit 1:0 besiegt. Das sportliche Ergebnis rückte jedoch schnell in den Hintergrund. Brighton-Trainer Fabian Hürzeler nutzte die Pressekonferenz für eine Generalabrechnung mit der Spielweise des Tabellenführers, während die Londoner ihren Vorsprung an der Spitze weiter ausbauten.

Arbeitssieg baut Vorsprung auf Manchester City aus

Für die „Gunners“ lief der Abend rein ergebnistechnisch perfekt. Bukayo Saka brachte die Gäste bereits in der 9. Minute in Führung, wobei sein Schuss unglücklich durch die Beine von Brighton-Keeper Bart Verbruggen abgefälscht wurde. Da Verfolger Manchester City parallel gegen Nottingham Forest nicht über ein 2:2 hinauskam, vergrößerte die Mannschaft von Mikel Arteta ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf komfortable sieben Punkte.

Spielerisch war der Auftritt der Londoner jedoch alles andere als ein Glanzstück. Nach der frühen Führung verlegte sich der Spitzenreiter fast ausschließlich auf die Defensive. Der xG-Wert (Expected Goals) der Gäste lag zur Halbzeitpause bei verschwindend geringen 0,01. Die BBC bezeichnete den Erfolg treffend als „Inbegriff eines hässlichen Sieges“.

Hürzeler schimpft: „Nur eine Mannschaft wollte Fußball spielen“

Fabian Hürzeler, der schon vor der Partie Bedenken bezüglich der Spielkultur des Gegners geäußert hatte, sah sich nach dem Abpfiff bestätigt. „Es gab nur eine Mannschaft, die versucht hat, Fußball zu spielen“, wetterte der deutsche Coach und machte keinen Hehl daraus, dass er damit sein eigenes Team meinte. Während Arsenal den Sieg „achselzuckend“ mitnahm, kochte die Stimmung beim ehemaligen St. Pauli-Trainer über.

Besonders das Zeitspiel der Gäste brachte Hürzeler auf die Palme. Er richtete eine direkte Frage an die anwesenden Journalisten: „Haben Sie schon mal gesehen, dass ein Torhüter in einem Premier-League-Spiel dreimal zu Boden geht?“ Damit spielte er auf die Verzögerungstaktiken an, die Arsenal in der zweiten Halbzeit auf die Spitze trieb, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten.

Vorwurf des Zeitspiels: „Sie machen ihre eigenen Regeln“

Obwohl die Statistik am Ende sogar für Brighton sprach (xG-Wert 0,82 zu 0,42), standen die „Seagulls“ mit leeren Händen da. Hürzeler ging in seiner Kritik sogar so weit, die Integrität der Schiedsrichter und der Liga zu hinterfragen. „Im Moment habe ich das Gefühl, dass sie ihre eigenen Regeln machen“, attackierte er den Gegner offen. Es müsse eine Grenze geben, die von den Offiziellen gezogen werde, doch aktuell mache Arsenal „einfach, was sie wollen“.

Abschließend distanzierte sich der 31-Jährige deutlich von der Philosophie seines Gegenübers Mikel Arteta: „Ich werde niemals ein solcher Trainer sein, der auf diese Weise versucht zu gewinnen.“ Für den neutralen Zuschauer war das Spiel wohl kaum ein Leckerbissen, doch im Titelrennen zählt für Arsenal derzeit offenbar nur das Ergebnis – egal wie „hässlich“ es zustande kommt.

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