Erfolgreiche Deutschland-Rückkehr nach 15 Jahren

Vor 5.497 Tagen war der Wechsel von Edin Džeko zu Manchester City bekannt gegeben worden. Zuvor hatte der Stürmer Ende 2010 letztmals für den VfL Wolfsburg in der Bundesliga gespielt, mit dem er Deutscher Meister und Torschützenkönig geworden war, ehe er für 32 Millionen Euro nach England wechselte. Nun, mehr als 15 Jahre später, meldete sich der Bosnier im deutschen Fußball umgehend zurück.

Nach überstandenen Blessuren nahm der Schalker Winterzugang zunächst auf der Bank Platz. Von dort sah er den frühen Rückstand, nach seiner Einwechslung in der 66. Minute sogar das 0:2 des 1.FC Kaiserslautern. Das Debüt drohte zu misslingen, bis Džeko drei Minuten vor Schluss genau das lieferte, wofür er verpflichtet wurde: eine starke Ballannahme per Brust aus der Bedrängnis und ein kontrollierter Abschluss zum 1:2. In der Schlussminute glich Kenan Karaman aus und brachte die Veltins-Arena zum Toben. „Es fühlte sich fast wie ein Sieg an“, sagte Džeko nach dem Abpfiff.

Rekordtor im fortgeschrittenen Fußballeralter

Mit 39 Jahren, 10 Monaten und 8 Tagen ist Džeko der älteste Torschütze der eingleisigen 2. Liga. Zugleich übertraf er die bisherige Bestmarke der Augsburger Legende Helmut Haller (39 Jahre, 7 Monate, 4 Tage) und ist nun der zweitälteste Debütant der Zweitliga-Geschichte. Älter war bei seinem ersten Einsatz lediglich Duisburg-Torhüter Rainer Rissel.

Auch vereinsintern setzte Džeko ein Ausrufezeichen: Er ist der älteste Schalker Torschütze seit Gründung der Bundesliga und löste Klaas-Jan Huntelaar ab.

Schalke-Trainer Miron Muslic hatte ursprünglich nur einen Kurzeinsatz für den bosnischen Rekordnationalspieler vorgesehen. Der Spielverlauf machte Džekos Qualitäten jedoch frühzeitig notwendig. „Edin bringt uns zurück ins Spiel mit dieser Edin-Klassik-Situation. Er bringt das ganze Stadion noch mal zurück, bringt die Hoffnung zurück“, sagte Muslic.

Reichlich Erfahrung für die Mission-Aufstieg

Nach seinem Abschied aus Wolfsburg führte Džekos Karriere durch mehrere europäische Ligen. In Italien wurde der bosnische Rekordnationalspieler bei der AS Rom zur Vereinslegende, erzielte in 199 Pflichtspielen 85 Tore. Es folgten Stationen bei Inter Mailand sowie bei Fenerbahçe Istanbul. Weniger erfolgreich verlief dagegen sein Italien-Comeback im vergangenen Jahr bei der AC Florenz: Abstiegskampf, elf Einsätze, kein Treffer.

Nun geht es für Džeko im deutschen Unterhaus um den Aufstieg. Sein Einstand ist gelungen. Gleichzeitig ist auch auf Schalke klar: Džeko allein wird nicht über den Ausgang der Saison entscheiden, in der die Königsblauen bislang zwar erfolgreich waren, vieles aber noch nach Stückwerk wirkte. Weitere Verstärkung ist geplant. Als nächster Zugang gilt Dejan Ljubičić. Sportvorstand Frank Baumann stellte einen zeitnahen Transfer des ehemaligen Kölners, der aktuell bei Dinamo Zagreb unter Vertrag steht, in Aussicht.

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