Der SC Paderborn untermauert seine Aufstiegsambitionen in der 2. Bundesliga eindrucksvoll. Mit einem hart erkämpften 2:1 (1:0)-Auswärtserfolg beim 1. FC Kaiserslautern springen die Ostwestfalen vorläufig an die Tabellenspitze. Während die Mannschaft von Trainer Ralf Kettemann jubelt, verlieren die Pfälzer den direkten Anschluss an die Aufstiegsränge.

Hitzige erste Hälfte und Platzverweis für Lieberknecht

Die 49.327 Zuschauer auf dem Betzenberg sahen eine turbulente Anfangsphase. Beide Teams suchten den Weg nach vorne, wobei das Aluminium auf beiden Seiten im Mittelpunkt stand: Zunächst traf Paderborns Felix Götze den Pfosten (13.), ehe auf der Gegenseite Naatan Skyttäs Flanke an der Latte landete. Die Partie entwickelte sich zu einem intensiven Schlagabtausch, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte seinen emotionalen Höhepunkt fand.

Nach einem umstrittenen Foul an Stefano Marino zirkelte Calvin Brackelmann den fälligen Freistoß wuchtig in den linken Winkel zum 1:0 für die Gäste (45.+7). Der Treffer sorgte für heftige Proteste auf der Bank der Roten Teufel. FCK-Trainer Torsten Lieberknecht beschwerte sich lautstark über die Entstehung des Freistoßes bei Schiedsrichter Florian Exner und sah daraufhin die Gelb-Rote Karte. Für die Hausherren ein doppelter Nackenschlag kurz vor dem Pausentee.

Bilbija entscheidet Partie vom Punkt

Nach dem Seitenwechsel drängte Kaiserslautern auf den Ausgleich, doch die Ostwestfalen nutzten die sich bietenden Räume für gefährliche Gegenstöße. Stefano Marino verpasste gleich zweimal die Vorentscheidung (59., 62.), ehe Steffen Tigges eine weitere Gelegenheit liegen ließ. Paderborns Coach Ralf Kettemann zeigte sich nach dem Abpfiff erleichtert, aber kritisch bezüglich der Chancenauswertung: „So wie wir das Spiel geführt haben, hätte ich auf die Spannung am Ende verzichten können.“

Die Entscheidung fiel erst tief in der Nachspielzeit. Der eingewechselte Kennedy Okpala kam im Duell mit Lauterns Fabian Kunze im Strafraum zu Fall. Den fälligen Elfmeter verwandelte Filip Bilbija sicher zum 2:0 (90.+5). Zwar gelang Kenny Prince Redondo kurz darauf noch der Anschlusstreffer für den FCK (90.+9), doch für eine Aufholjagd reichte die Zeit nicht mehr.

Paderborn träumt vom Aufstieg – Frust in der Pfalz

Während der SC Paderborn durch den Sieg vorübergehend an Schalke 04 vorbeizieht und Platz eins übernimmt, herrschte bei Kaiserslautern Frust über die Entscheidungen des Unparteiischen. „Beim ersten Tor ist das niemals ein Foul und beim zweiten ist das für mich ehrlich viel zu wenig“, haderte FCK-Mittelfeldspieler Fabian Kunze am ARD-Mikrofon. „Das ist für uns natürlich ganz bitter.“

Ganz anders die Stimmungslage bei den Gästen. Torschütze Calvin Brackelmann gab die Marschroute für die kommenden Wochen klar vor: „Man muss den Kampf hier aufnehmen, sonst wird man aufgefressen. Wir wollen nach oben gehen, das ist das Ziel.“ Paderborn legt damit im Aufstiegsrennen vor, während Schalke 04 im Abendspiel gegen Greuther Fürth nachziehen muss.

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