Rückschlag für die Aufstiegsmission: Der FC Schalke 04 muss in der entscheidenden Phase der 2. Bundesliga auf Edin Dzeko verzichten. Der bosnische Nationalspieler erlitt im WM-Play-off-Spiel gegen Italien in der letzten Sekunde eine Schulterverletzung und fällt für mehrere Wochen aus. Damit verliert der aktuelle Zweitliga-Spitzenreiter seinen wichtigsten Offensivakteur der Rückrunde.

Der Dzeko-Effekt und Sylla als rettende Alternative

Der viel beachtete Wintertransfer des Routiniers hatte sich für die Königsblauen sofort ausgezahlt. Seit seiner Ankunft war der Stürmer an neun der 16 Schalker Treffer direkt beteiligt und erzielte sechs Tore selbst. Nun ist Chefcoach Miron Muslic gezwungen, seine Angriffsreihe umzubauen. Dass dies gelingen kann, deutete Moussa Sylla bereits im Topspiel gegen den SV Darmstadt 98 an. Als der erfahrene Bosnier wegen einer Rotsperre fehlte, rückte Sylla in die Startelf und bedankte sich prompt mit einem wichtigen Treffer, der immerhin einen Punkt sicherte.

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Der Angreifer profitiert dabei von der gewachsenen Unterstützung seiner Mitspieler. Gegenüber einer eher blassen Hinrunde wird Sylla nun deutlich besser in Szene gesetzt. Besonders die weiteren Winter-Neuzugänge Adil Aouchiche und Dejan Ljubicic verleihen dem Schalker Spiel spürbar mehr Struktur, wovon das Team auch ohne seinen designierten Zielspieler zehren kann.

Rückkehr zur Defensiv-Stabilität im Aufstiegsendspurt?

Neben einem reinen personellen Wechsel könnte der Ausfall des Schlüsselspielers eine taktische Neuausrichtung nach sich ziehen. In der ersten Saisonhälfte legte Muslic den Grundstein für die Herbstmeisterschaft noch mit einer kompakten Fünferkette und extrem stabilem Verteidigungsspiel. Neun Siege mit nur einem Tor Unterschied, darunter gleich vier knappe 1:0-Erfolge, belegen die Effizienz dieser Herangehensweise. Eine Rückkehr zu diesem defensiveren Fußball gilt als realistische Option, um vor allem die direkten Verfolger auf Distanz zu halten.

Ein gewichtiger Faktor für den Endspurt ist der Spielplan: Vier der verbleibenden sieben Ligapartien bestreiten die Knappen vor eigenem Publikum. Vor heimischer Kulisse sollen unnötige Punktverluste, wie sie in der Hinrunde gegen Braunschweig oder Preußen Münster passierten, mit der lautstarken Unterstützung der Fans zwingend vermieden werden.

Das Rennen um die Erstklassigkeit bleibt spannend

Während Experten den SV Darmstadt 98 als zweiten heißen Kandidaten für den direkten Aufstieg auf dem Zettel haben, bleibt der Kampf um den Relegationsplatz völlig offen. Hier kristallisiert sich ein enges Rennen zwischen Hertha BSC und der SV Elversberg heraus. Die Schalker haben ihr Schicksal jedoch in der eigenen Hand – vorausgesetzt, die Mannschaft fängt den herben Verlust ihres besten Torschützen mannschaftlich geschlossen auf.

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