Ein massiver Vertrauensbruch erschüttert den Frauenfußball beim österreichischen Bundesligisten SCR Altach. Über Jahre hinweg filmte der langjährige Sportchef die Spielerinnen heimlich in der Umkleidekabine. Unter den Opfern des Spanners, der im Herbst im Zuge anderweitiger Ermittlungen aufflog, befinden sich auch namhafte deutsche Akteurinnen.

Schock für Bundesliga-Profis: Eine familiäre Fassade zerbricht

Charlotte Voll, aktuelle Torhüterin von Bayer 04 Leverkusen, und Sarah-Lisa Dübel vom SC Freiburg standen in der Vergangenheit für die Vorarlberger auf dem Platz. Beide beschreiben den 34-jährigen Schweizer als fröhlichen Familienvater und absolute Vertrauensperson. Der Mann galt im Verein als unverzichtbar, half bei handwerklichen Tätigkeiten und verbrachte extrem viel Zeit auf dem Campus. Diese vermeintliche Hilfsbereitschaft nutzte er auf perfide Weise aus, um seine voyeuristischen Neigungen unbemerkt auszuleben und die Intimsphäre der Athletinnen massiv zu verletzen.

Versteckte Kameras: Ermittler stoßen auf brisantes Videomaterial

Der Täter platzierte Smartphones in der Kabine und nutzte Schlüssellöcher, um die Fußballerinnen in intimen Momenten aufzunehmen. Dabei schreckte er auch nicht davor zurück, Minderjährige abzulichten. Aufgeflogen ist der Fall beinahe durch Zufall. Kriminalbeamte durchsuchten den Computer des Schweizers ursprünglich wegen des Verdachts auf illegale pornografische Inhalte. Dabei stellten sie neben Material aus dem Darknet auch die heimlichen Aufnahmen aus den Vereinsräumen sicher. Insgesamt konnten bislang 30 betroffene Sportlerinnen auf den Videos identifiziert werden.

SCR Altach zieht Konsequenzen nach Entdeckung

Die Vereinsführung des SCR Altach reagierte nach der Unterrichtung durch die Polizei sofort und sprach ein umfassendes Betretungsverbot für den Beschuldigten aus. Aus ermittlungstaktischen Gründen durften die Verantwortlichen die betroffenen Frauen und deren Familien jedoch erst zwei Wochen später über die Vorgänge informieren. Ehemalige Altach-Akteurinnen wie Lena Rädler zeigten sich im Anschluss im SWR-Interview fassungslos. Die quälende Ungewissheit, ob man selbst auf dem beschlagnahmten Bildmaterial zu sehen ist, belastet viele der einstigen Weggefährtinnen noch heute.

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