Der VfL Wolfsburg bereitet sich angesichts der prekären sportlichen Lage intensiv auf den ersten Abstieg seiner Vereinsgeschichte vor. Sieben Spieltage vor dem Ende der laufenden Bundesliga-Saison planen die Niedersachsen dank der Unterstützung von Gesellschafter Volkswagen bereits ein konkretes Szenario für die Zweitklassigkeit, das tiefgreifende personelle Veränderungen mit sich bringen wird.

Finanzieller Rückhalt: Rekord-Etat für die direkte Rückkehr

Sportlich durchlebt der Werksklub derzeit die schwächste Bilanz seiner Historie. Mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und drei Zählern bis zum Relegationsplatz rückt der Gang in die Zweitklassigkeit unaufhaltsam näher. Dennoch wird der Verein im Falle eines Abstiegs finanziell weich fallen. Dem aktuellen Sponsoringvertrag zufolge reduziert Volkswagen seine Zuwendungen zwar um rund 20 Prozent, dennoch stünden den Wölfen in der 2. Bundesliga voraussichtlich etwa 60 Millionen Euro zur Verfügung. Dies entspräche einem absoluten Rekord-Etat für das Unterhaus. Die klare Vorgabe der Konzernführung lautet dabei: Der sofortige Wiederaufstieg ist Pflicht.

Neustart auf der Trainerbank und in der Führungsetage

Die Mission Wiederaufstieg soll voraussichtlich mit neuem Personal an der Seitenlinie in Angriff genommen werden. Das Engagement von Rückkehrer Dieter Hecking ist planmäßig nur bis zum Sommer befristet, es sei denn, dem Routinier gelingt eine sensationelle Aufholjagd in den verbleibenden Spielen. Bei einem Abstieg deutet jedoch alles auf einen kompletten Neuanfang hin. Für die Nachfolge werden bereits erfahrene Zweitliga-Taktiker wie Thomas Reis, Stefan Leitl oder Lukas Kwasniok gehandelt.

Auch auf der Position des Sport-Geschäftsführers gibt es Handlungsbedarf, nachdem Peter Christiansen im März freigestellt wurde. Während Ex-Dortmunder Sebastian Kehl aus dem Rennen ist, stehen Namen wie Marcel Schäfer, Andreas Schicker und Fabian Wohlgemuth im Raum. Konkrete Verhandlungen mit diesen Kandidaten stehen laut aktuellen Berichten aber noch aus, da sie vertraglich gebunden sind.

Gehaltseinschnitte und ein Kader in drei Kategorien

Ein Abstieg hätte massive Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Mannschaft. Zwar besitzen alle laufenden Verträge auch eine Gültigkeit für die zweite Liga, allerdings müssen die Profis Gehaltseinbußen von bis zu 40 Prozent hinnehmen. Spieler wie Jonas Wind und Kevin Paredes, deren Arbeitspapiere ohnehin enden, werden den Verein verlassen. Um den personellen Umbruch zu stemmen, plant die sportliche Leitung mit drei klaren Kategorien für den neuen Kader.

Das Fundament sollen treue Routiniers wie Maximilian Arnold und Yannick Gerhardt bilden, die sich stark mit dem VfL identifizieren. Ergänzt wird diese Basis durch junge, hungrige Talente aus dem eigenen Nachwuchs oder durch gezielte externe Transfers. Abgerundet wird das Team durch gestandene Akteure, die das physische Spiel im Unterhaus genau kennen und sofortige Führungsrollen übernehmen können. Damit stellt der Deutsche Meister von 2009 die Weichen, um den drohenden Abstieg in einen strukturierten Neuanfang zu verwandeln.

Verwandte Beiträge