Brisantes Nordderby am 30. Spieltag der Bundesliga: Wenn der SV Werder Bremen am Wochenende den Hamburger SV im Weserstadion empfängt, geht es um weit mehr als nur lokales Prestige. Im knallharten Kampf um den Klassenerhalt treffen mit den Cheftrainern Daniel Thioune und Merlin Polzin zudem zwei enge Freunde und ehemalige Weggefährten aufeinander. Für die Bremer droht bei einer Niederlage der Absturz auf den ungeliebten Relegationsplatz.

Vom Lehrmeister zum Rivalen: Das besondere Trainer-Duell

Die Geschichte dieses Derbys wird maßgeblich an der Seitenlinie geschrieben. HSV-Trainer Merlin Polzin trifft auf seinen einstigen Mentor Daniel Thioune. Die gemeinsame Reise der beiden Übungsleiter begann einst in der Jugendabteilung des VfL Osnabrück, bevor sie sich zusammen bei den Profis nach oben arbeiteten und schließlich sogar gemeinsam in Hamburg anheuerten. Während Thiounes Amtszeit bei den Rothosen in der Saison 2020/21 vorzeitig endete, blieb sein damaliger Co-Trainer Polzin an Bord – und führte den HSV bemerkenswerterweise nach 13 langen Jahren als Cheftrainer zurück in die Erstklassigkeit. Bereits in der vergangenen Zweitliga-Saison trafen beide aufeinander, damals siegte der einstige Assistent deutlich mit 4:1 über Thioune, der zu jener Zeit Fortuna Düsseldorf trainierte.

Werder unter Zugzwang: Abstiegsangst statt Derby-Euphorie

Die sportliche Ausgangslage könnte vor diesem Traditionsduell kaum brisanter sein. Für den Klub von der Weser steht enorm viel auf dem Spiel. Bei einer Niederlage gegen den Erzrivalen könnten die Grün-Weißen tief in den Tabellenkeller rutschen. Gleichzeitig bietet sich vor heimischer Kulisse die große Chance, mit einem deutlichen Heimsieg an den Hamburgern vorbeizuziehen. Sportexperten warnen jedoch vor zu viel offensivem Risiko: Der Blick nach unten sei aktuell deutlich wichtiger, als kopflos nach vorne zu stürmen. Ein Erfolg würde der Mannschaft im Endspurt der Saison aber zweifellos einen massiven mentalen Schub verleihen.

Bangen um Jens Stage: Spielt der Top-Scorer im Nordderby?

Die personelle Situation auf dem Platz bereitet den Hausherren zusätzliche Sorgen. Alles blickt auf Jens Stage: Der dänische Mittelfeldmotor ist nicht nur der torgefährlichste Akteur der Bremer, sondern auch der absolute Stabilisator im Spielsystem. Zuletzt plagte sich der Schlüsselspieler jedoch mit muskulären Problemen herum. Angesichts der enormen Bedeutung des Abstiegsgipfels ist ein Einsatz dennoch denkbar. Selbst ein leicht angeschlagener Jens Stage würde der Mannschaft die dringend benötigte Struktur geben. Für Werder gilt es nun, das medizinische Risiko richtig abzuwägen, um im Schicksalsspiel gegen den ewigen Rivalen bestehen zu können.

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