Das Warten auf den Neustart hat ein Ende: Daniel Thioune wird die Startformation von Werder Bremen für das kommende Heimspiel gegen den FC Bayern München deutlich umbauen. Auf der Pressekonferenz am Freitag machte der Werder-Coach unmissverständlich klar, dass nach dem enttäuschenden Debüt in Freiburg nun der Moment für personelle und taktische Konsequenzen gekommen ist.

Keine Schonzeit mehr: Thioune zieht die Zügel an

Der Einstand verlief alles andere als wunschgemäß. Als die Bremer am vergangenen Wochenende beim SC Freiburg mit 0:1 unterlagen, war die Verwunderung im Fanlager groß. Trotz Trainerwechsels bot der Nordklub nahezu die identische Aufstellung und Systematik wie zuvor auf: Dreierkette, Sicherheitsfußball und der viel diskutierte 10-Millionen-Einkauf Samuel Mbangula erneut nur auf der Bank. Von Aufbruchsstimmung war auf dem Rasen wenig zu spüren.

Daniel Thioune ordnete diese Zurückhaltung nun als notwendigen Prozess ein. "Strukturen zu verändern, Prozesse anzuregen, das braucht alles seine Zeit", erklärte der 51-Jährige. Er gab offen zu, dass er sich in einer "Traumwelt" auch gewünscht hätte, allein durch lautes Schreien in der Kabine einen Sieg zu erzwingen, doch die Realität der Bundesliga verlangt mehr als nur Emotionen.

Kampfansage vor dem Bayern-Spiel: "The race is on"

Nach seiner ersten kompletten Trainingswoche an der Weser ist die Zeit des Beobachtens jedoch vorbei. Thioune kündigte für das Duell gegen den Rekordmeister einen klaren Kurswechsel an. "Sie können sicher sein, dass nicht dieselbe Elf vom vergangenen Wochenende auflaufen wird", versprach der Übungsleiter. Es werde "definitiv vieles anders sein, als vielleicht der eine oder andere erwartet."

Ob dies die Rückkehr zur Viererkette bedeutet, ließ der Trainer offen, betonte aber, dass an der "Ordnung" gefeilt wurde. Im Fokus steht für ihn jedoch weniger die Taktiktafel, sondern die Einstellung: Der Schulterschluss mit den Fans im Weserstadion soll durch Leidenschaft wiederhergestellt werden. "Das, was jedes Fan-Herz sehen will, dass seine Mannschaft sich zerreißt", ist die klare Vorgabe gegen den Favoriten aus München.

Personal-Update: Neue Optionen und Hoffnungsträger Mbangula

Personell entspannt sich die Lage bei den Grün-Weißen rechtzeitig zum Topspiel. Abwehrchef Niklas Stark ist zurück im Mannschaftstraining und bietet eine wertvolle Option für die Defensive, auch wenn es für 90 Minuten wohl noch nicht reicht. Ähnliches gilt für Außenverteidiger Felix Agu, dem Thioune "mindestens 45 Minuten" zutraut.

Besonders spannend wird die Personalie Samuel Mbangula. Nach einem klärenden Gespräch zwischen Trainer und Spieler stehen die Zeichen auf Veränderung. Nachdem der belgische Offensivakteur zuletzt außen vor war, dürfen die Anhänger nun hoffen, dass der Königstransfer endlich von der Leine gelassen wird, um gegen die Bayern seine Qualitäten unter Beweis zu stellen.

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