Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft startet am Dienstagabend in Dresden ihre Mission WM-Qualifikation. Im Auftaktspiel gegen Slowenien ruhen die Hoffnungen im Spielaufbau auf einer bewährten Achse: Das Mittelfeld-Duo Sjoeke Nüsken und Elisa Senß soll Regie führen und für Stabilität sorgen.

Chemie stimmt: Vom Jonglieren zur Doppelsechs

Dass die Abstimmung zwischen der Legionärin vom FC Chelsea und der Frankfurter Eintracht-Spielerin passt, zeigt sich nicht nur auf dem Rasen, sondern auch abseits des Platzes. In einem Park nahe des Teamhotels in Frankfurt demonstrierten beide kürzlich ihre Ballbehandlung beim gemeinsamen Jonglieren – ein Hobby, mit dem Nüsken ihre Teamkollegin angesteckt hat.

„Ich habe damit in der Corona-Zeit angefangen“, erklärt Sjoeke Nüsken, die mittlerweile fünf Bälle gleichzeitig in der Luft halten kann. Elisa Senß nutzte die Europameisterschaft im vergangenen Jahr als kleines Trainingslager, um sich Tipps von ihrer Mitspielerin zu holen. Diese außersportliche Harmonie überträgt sich sichtbar auf das Spielverständnis der beiden Nationalspielerinnen.

Taktische Rollenverteilung: Abräumerin und Kopfballungeheuer

Sportlich ergänzen sich die beiden Mittelfeldmotoren nahezu ideal. Während Elisa Senß als „Abräumerin vor der Kette“ defensive Stabilität garantiert, interpretiert Sjoeke Nüsken ihre Rolle oft offensiver. Ein entscheidender Faktor ist dabei auch die Physis: Die 14 Zentimeter größere Nüsken übernimmt bei hohen Bällen die Lufthoheit, wie Senß lachend bestätigt.

Dass die Frankfurterin Senß jedoch weit mehr ist als eine reine Zerstörerin, beweisen ihre Statistiken. Zwar stehen für sie zwei Länderspieltore zu Buche, diese hatten es aber in sich: Ihr Treffer gegen Sambia bei den Olympischen Spielen 2024 wurde zum „Tor des Monats“ gekürt. Nüsken hingegen hat sich im DFB-Dress bereits siebenmal in die Torschützenliste eingetragen und ist zu einer unverzichtbaren Führungsfigur im Zentrum gereift.

Auftakt in Dresden: Warnung vor dem Umschaltspiel

Für die Partie am Dienstag (17.45 Uhr) ist die Marschroute klar: Ein Sieg zum Auftakt der Qualifikation ist Pflicht. Dennoch warnen die deutschen Strateginnen vor den Stärken der Sloweninnen. „Ein sehr zweikampfstarkes Team, das in der Lage ist, schnell umzuschalten“, analysiert Elisa Senß den Gegner. Das Ziel der Doppelsechs ist dabei eindeutig: Das Spiel kontrollieren, Impulse nach vorne setzen und defensiv „am liebsten zu Null“ spielen.

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