Die italienische Nationalmannschaft verpasst zum dritten Mal in Folge eine Weltmeisterschaft. Bosnien-Herzegowina besiegte die favorisierten Gäste im Playoff-Spiel zur WM 2026 mit 5:2 nach Elfmeterschießen. Nach einem intensiven Kampf und rund 50 Minuten in Unterzahl endete die reguläre Spielzeit mit 1:1, bevor die Gastgeber den Turniertraum der Südeuropäer endgültig beendeten.

Frühe Führung für Italien durch Moise Kean

Dabei begann die Partie für die Mannschaft von Trainer Gennaro Gattuso durchaus vielversprechend. In der 15. Minute nutzte der vierfache Weltmeister einen folgenschweren Fehler des bosnischen Schlussmanns. Nikola Vasilj, im Vereinsalltag beim FC St. Pauli zwischen den Pfosten, spielte den Ball beim Spielaufbau direkt in die Füße von Nicolo Barella. Über diesen gelangte das Spielgerät blitzschnell zu Moise Kean, der aus 18 Metern per Direktabnahme präzise zur 1:0-Führung vollstreckte.

Rote Karte für Alessandro Bastoni kippt das Spielgeschehen

Trotz des Rückstands zeigten die leidenschaftlich auftretenden Hausherren eine beeindruckende Reaktion. Die bosnische Offensive drängte unermüdlich auf den Ausgleich und prüfte Gianluigi Donnarumma mehrfach. Der Torhüter von Manchester City rettete unter anderem stark gegen Ivan Basic und Nikola Katic. Die absolute Schlüsselszene der regulären Spielzeit ereignete sich schließlich in der 41. Minute: Nach einer Notbremse gegen den agilen Flügelspieler Amar Memic kassierte Abwehrchef Alessandro Bastoni die Rote Karte. Fortan dominierte das Heimteam das Geschehen komplett und schnürte die dezimierten Gäste bei einem Torschussverhältnis von 15:2 zur Halbzeit in deren eigener Hälfte ein.

Gennaro Gattuso steht vor dem Aus

Das finale Scheitern im Elfmeterschießen hat gravierende sportliche Konsequenzen für den italienischen Verband. Gennaro Gattuso, der das Amt erst im Juni 2025 von Luciano Spalletti mit dem klaren Auftrag der WM-Qualifikation übernommen hatte, steht nach der verpassten Endrunde massiv in der Kritik. Obwohl er nach Schlusspfiff betonte, dass seine Spieler viel Leidenschaft gezeigt hätten, gilt eine weitere Zusammenarbeit als unwahrscheinlich. Die Italiener müssen nun eine tiefgreifende Zäsur verarbeiten, während Bosnien-Herzegowina nach einem sagenhaften Fußballabend das WM-Ticket feiert.

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